Band 
Erster Theil.
Seite
468
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468 m. Hauptft. Geschichte Egyptens bis zu den Zeiten Alexanders des Grossen.

besorgeten sowol ihre Weltweisheit und andere Wissenschaften, als den Gottesdienst und dieheiligen Gebräuche ^), und waren die Leute, zu welchen sich jederman wenden muste, der darinunterrichtet seyn wolte ^). Zu dem Ende hatten sie verschiedene öffentliche Schulen in ver-schiedenen Theilen des Reichs. Eine derselben zu Heltopolis wird vom Srrado gemel-det , welcher die Gemächer in Augenschein genommen, worin Eudoxus und placo einigeJahre lang den Wissenschaften obgelegen *). Die egyptische Gelersamkeit war zum Theilauf Seulen geschrieben, zum Theil aber in den heiligen Büchern schriftlich verfasset. Nichtnur die Egypter, sondern auch verschiedene andere alte Völker, pflegten das Andenken derDinge durch Eingrabung derselben in Pfeiler zu erhalten. Derjenigen Seulen nicht zu ge-denken, die Gerh vor der Sündflut in gleicher Absicht errichtet haben sol *): so berichtetman, daß die Dabylonier ihre astronomische Beobachtungen in Backsteine gegraben,und auf solche Weise aufbehalten haben ?); und Demoerirus sol seine Sittensprüche voneinem babylonischen Pfeiler abgeschriebenchaben *). Die Seulen des Hermes in Eg7'pten, so von verschiedenen bewärten Schriftstellern gemeldet worden, waren inzwischen dieallerberümtesten, auf welche er seine Gelersamkeit beschrieben haben sol, die hernach von demzweiten Hermes in verschiedenen Büchern ausfürlicher erleutert worden. Wenigstens ist ge-wis, daß die griechischen Weltweisen und die egyptischen Geschichtschreiber von diesen Sen-ken vieles genommen haben, placo und pythagoras haben sie beide gelesen, und ihre Welt'Weisheit daher entlenet«); Ganchoniacho und kNanecho bedienten sich gleichfals ebendieser Denkmale ^), welche zu proclus Zeiten, oder doch nicht lange vorher, noch vorhandenwaren *), und in gewissen unterirdischen Behältnissen nahe bey Theben stunden

§. 5?t. .

Von ihren hei. Auf diese Inschriften fokgeten die heiligen Bücher, die zwar etwas neuer, aber

ligm büchern.gjcht weniger berümt waren; deren sich Sanchoniarho *) und Manecho ^) gleichfalszur Ausarbeitung ihrer Geschichte sollen bedienet haben. Denn diese Bücher fasseten nichtnur dasjenige in sich, was zu dem Gottesdienst und den Gesehen des Reichs gehörte, son-dern auch historische Samlungen, ja so gar auch allerley Arten vermischter und Philosoph»'scher Abhandlungen von Erheblichkeit. Denn es war ein Stück der Amtsverrichtungender Priester oder heiligen Schreiber, sowol diesen öffentlichen Schriften alles einzuverleiben,was nur einigermassen werth schien aufbehalten und den Nachkommen überliefert zu wer-den, als auch das alles sorgfältig zu bewaren, was ihnen von ihren Vorfaren überliefert

wor-

F) S- ile rbülri. I. > 7 . p. N5Y. ,) Nrum. I. f. I. p 84.

vbi lusirs. -r) S- oben §. 189. tlUi. r-.gr. t. 7 . c. ; 6 . -) vbi su^c,.

«) <Ie §.I. c. 2. spuä Uurnec /trckaeol. 1.1. r. 8. praepar,

I. I. c. y. er 10 . er 6kwn. xraec-, p. ü. c) vbi su^rs. I. I. p 78.

1.22. p. 2Z2. ,) kracpgr. euaax. 1. 1 . c. y. cvnrrs /Vpioncm 1. 1 .

B ) Weil die Egypter den -Hermetem stellet sonst beinahe unglaubliche Nachrichten, undvor den Erfinder der Schrift und Wissenschaft ge- machen sehr warscheinlich, daß eben diese Hölen, u»°halten: so haben sie nachher beinahe alle Aufschriften die darin befindliche hieroglyphistbe Bilder,des Altertums i„ ihrem Lande vor Seulen und berümte Seulen -Hermetis leyn, aufweiche fich ^Denkmale desselben ausgegeben ; welches in dem alten Geschichtschreiber so häufig berufen, wie «u»Verstände richtig seyn können, daß sie in der von Vergleichung Manerhons mit Ammian.ihm herrurenden Schrift, oder nach und mit der von cellino l. rr c. vl t. gar deutlich erhellet. Die alls^ihm erfundenen Kunst verfertiget worden. Daher älteste Art des Schreibens aus Steine hat in bedie häufige und spate Ausweisung seiner Seulen be- mitternächtigen Ländern am längsten gedauert,greifiich ist. Die oben berürke Beschaffenheit der hin die nachfolgenden bequemern Arten spater SGrotten und erstaunlichen unterirdischen Klüfte kommen,bey Theben (§> 487- bestätigen der alten Schrift-