Band 
Erster Theil.
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47 O m Hauptst. Geschichte Egyptens bis zu den Zeiten Alexanders des Grossen.

und Fabeln einwickelten. Von den hieroglyphischen Bildern wollen wir alsobald hau»deln. Was die übrigen aber betpift, so weis jederman, daß die Alten durchgängig ihreLehren unter dem dunkeln Schleier der Vergleichung und Erdichtung vorzutragen pflegten.Beispiele davon kommen zu häufig bey den gütlichen und menschlichen Schriftstellern vor, ^als daß einige Anfürung derselben nötig seyn solte: indem es in den ältesten Zeiten wenige,oder niemand unter den Griechen oder Ungriechen gegeben, der das geringste Stückder Weltweishekt deutlich und verständlich solte gelehret haben als wann sie in den Ge-

danken gestanden hatten, daß es einen Mangel der Scharfsinnigkeit anzeige, wenn mandie Sachen auf gemeine und leichte Art ausdrücke, oder sich wol gar eingebildet, daß es dieSitsamkeit nicht zulasse, dem gemeinen Man die Warheit nackend vorzustellen. DieEMprer scheinen andere Völker in der Dunkelheit ihrer Erdichtungen übertreffen zu ha-ben, als worin sich die Spuren der Warheit öfters dergestalt verloren haben, daß dabey einsehr geübter Nachforscher erfordert wird, und der ein besonder Geschick besitze, erheblicheDinge von unnützen Kleinigkeiten zu unterscheiden ")»

§. LN.

Fortsetzung Die Egyptev bedienten sich zu ihren Inschriften sowol qss beim Schreiben über/^ Haupt dreierley Arten von Zeichen: die ersten und ältesten darunter waren die hierogly-^ ^ ' phisihm Bilder, die sie von mancherley Thieren, Theilen des menschlichen Leibes und me-chanischen Werkzeugen hernamcn; als aus welchen dreierley Dingen die hieroglyphischettBilder beydes der Erhispier und der Egypcer bestunden °), ob man gleich nicht ohn«Grund glaubet, daß die Egypter noch eine andere Gattung von Zeichen gehabt haben, dirman ebenfals hreroglpphisch genant, und nur von den Priestern gebraucht worden, wel-che den jetzigen chinesischen Zeichen in etwas änlich gewesen r>). Dieselben sollen eine Er/findung des Hermes seyn, und eine Probe seines Verfarens dabey ist von dem Sancho/»üacho berichtet worden r). Des Hrn. Joh. Mcrrshams Mutmaßung ist gar nichtumvarscheinlich, daß dieser Gebrauch der hieroglyphischen Bilder von Thierep, den selt-samen Dienst, welchen dieses Volk denselben erwiesen, veranlasset habeDenn da mandergleichen Bilder nach den besondern Eigenschaften eines jeglichen Thiers erwälet hatte,die Eigenschaften und Würde der Personen anzudeuten, die sie vorstellen sollen, und ihr*Götter Fürsten oder andere grosse Leute gewesen: so gewönte sich das Volk almälig an so/thane Bilder, welche sie in ihre Tempel als Abbildungen ihrer Gotheiten zustellen pflegten»Daher es nicht ungereimt ist zu glauben, daß sie dadurch endlich verleitet worden, den le<bendigen Thieren selbst einen aberglaubigen Dienst zu leisten. Und dieser Meinung tretenwir lieber bey, als der gegenseitigen eines neuern Schriftstellers, welcher annimt, daß dllheiliger Thiere zuerst einem jeglichen Gott gewidmet und geweihet, nach der Hand aber^hieroglyphischen Bilder daraus hergenommen worden -)

§- 574 '

S. Oisx. in yrooemio. csp. snt!<zu. kadul. krall. 67e»r. Kram. l. L. p. ;;6.

Lcuric. x>. 762. 0) O/oc/. Lre. l. z. p. 145. /») S- cls vllL ^ ^

-) S. oben §. Zig. F') csn. ckron. Zg. L) conneLÜon vvl. 2. p. ZZL ^ 4 » ^

(Z4L.B.) Die egyptische Schrift last sich füg- und'algemeinen Brauchbarkeit sehr viel bedeute^sicher IN zivey Hauptarten theilen. Die eine hat uii- ja von mancherley Gattung geworden, durchmittelbar Sachen vorgestelt und ausgedruckt, die stellung algemeiner Begriffe von Eigenschaft^,andere aber Worte. Das erstere ist wieder auf ge- Handlungen und Verhältnissen, vermittelst körp ^doppelte Art geschehen: entweder durch Gemälde, sicher Gestalten: oder durch leichtere Zeichen, ^welche Bildersprache nach und nach zur Verkürzung anstat der müsamern Bilder eingefüret worden,