2 Abschir. Vom Altertum, Regierungöart, Gesetzen rc.der alten Egypter. 47z
denn das (optische, Alphabet ,'st augenscheinlich kein anders, als das griechische, mit demZusatz einiger wenigen Buchstaben, um solche Arten des Schals auszudrücken, so die Grie-chen nicht gehabt; und ist vermutlich nach Alexanders Zeiten in Egypten üblich wor-den, ob wir gleich wissen, daß die griechische Sprache, und vkeleicht auch ihre Buchsta-ben, lange vorher, unter des psämmerichus Regierung, daselbst geleret worden Da-mit der Leser von dieser Aenlichkeit urtheilen könne, haben wir hier das (optische Alphabethergesetzt (^^).
Das
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bemühet sich zu erweisen, daß die coptifcken Buch«Naben von dem -Hermes erfunden, und die mei-nen darunter nach der Gestalt eines heiligenThiers, als des Ibis, der Schlang, des Stiers,»es Widders, und des Falkens, gebildet worden.Und diejenigen, so keine schickliche Namen haben,benennet er mit anderen, die eine bequeme Bedeu-tung jm coprifcken haben. Als zum Exem-pel, das Nda nennet er Jeura, d i. Leben, dessenSinbild die Schlange ist. deren Gestalt dieser Buch-stabe hat. Das Xi nennet er Xannti, d. i. eineRette, deren Glieder es änlich zu seyn scheinet,plmarch berichtet uns zwar, daß der erste egyptr-sehe Buchstabe der Ibis ist (19); indem dieser Vo-gel, wenn er die Beine aus einander stellet, und denSchnabel dazwischen durchstecket, ein gleichseitigesDreieck vorstelle (ro); welches dem coplisichen Al-pha etwas änlich körnt: allein wir begreifen dochnicht, wie solches mit einiger Gewisheit weiter fort-gesetzet werden könne. Clemens von Alexanvrie»Meldet vier güldene Götzenbilder, nemlich zweyHunde, einen Falken, und einen Ibis, welche manbey einer gewissen Feier in einem Umgänge herum-iutragen pflegte, und sie vier Buchstaben ge-nant (21), Ohnerachtet nun Rircher sieben Buch-staben von dem Ibis, nnd einen von dem Falkenhergeleitet: so hat er doch keinen ausfindig machenkönnen, der nur einigen Schein einer AenlichkeitWir dem Hunde habe; woraus denn erhellet, wieUMürlich diese Mutmaßungen sind, ob wir gleichbestehen, daß sie einigen Witz anzeigen. Es istp'chr unwarscheinlich, daß die Egppter in den spä-ten Zeiten, nachdem sie ihre alte Buchstaben und^elersamkeit verloren, und viele Jahrhunderte hin-durch sich nur allein des griechischen Alphabets be-dlenet, dessen Einfürung sie vergessen, sich mögenEingebildet haben, daß ihre gegenwärtige Buchsta-ben eben dieselben alten seyn, die ihre Vorfaren ge-braucht gehabt, und sich daher bemühet haben,Geheimnisse darin zu finden; welches vor Leute vonUarker Einbildung nnd einer besondern Art zu den-in den allergemeinsten Dingen sehr leicht ist.
„ Ein anderer gelerter Schriftsteller scheinet auchbeinals der Meinung gewesen zu seyn, daß das
A.W.H.I. Theil.
griechische Alphabet von dem coptisäM herkom-me ; denn er saget, der Mr-«.«.,» fast aller übrigenGelehrten ruwi-d-r, die Buchstaben LNosesge-braucht und deren man sich in ganz Asten bedient,haben nicht die geringste Verwandschaft mit dengriechischen, die coptiftben oder egyptischcn aberseyn von der grösten Aenlichkeit mit denselben; und,welches er vor noch merkwürdiger hält, ln ganz 2-sten schreibe man von der rechten zur linkenHand, da die Art zu schreiben in Egypten undGriechenland von der linken znr rechten sey; undwundert er sich, daß der Hr. Isäac Newton die-ses nicht eingesehen (rr). Wir gestehen, daß in E-gypten die Art zu schreiben heutiges Tages so be-schaffen sey, als dieser Herr saget, wenn sie nemlichcoptisch schreiben : folte er aber behaupten wollen,baß sie auch vormals so gewesen; so würde er of-fenbar gar sehr unrecht haben, indem -Herodotvsausdrücklich das Gegentheil bezeuqet (rz). Und dieAbstammung des griechischen Alphabets von demsamariranischen ist so offenbar,'daß dieser Schrift-steller selbst in einer nachmaligen Schrift daran imgeringsten nicht zu zweifeln scheinet, und, wie wirfürchten, gar auf der andern Seite etwas zu weitgehet, indem er behauptet, die samaritanischeBuchstaben seyn die alten egyptischen gewesen (24);Welches vieleicht wol wahr seyn mag, doch mehrgesagt ist, als er, unserm Ermessen nach, erweisen kan.
Indessen wollen wir eben nicht leugnen, daß diesieben Buchstaben, welche die Egypter dem grie-chischen Alphabet hinzugefüget haben, vielleichtUeberbleibsel von ihren alten Buchstaben seyn mö-gen ; ob wir gleich mehr der gegenseitigen Meinungzugethan sind.
(;4;. B-) Die grosse Uebereinstimmung der ko-ptischen und griechischen Buchstaben läst sich au«einer doppelten ältern Quelle herleiten, als die Her-schast der Grieche» in Egypten von Alexander«Zeiten an, gewesen. Denn da, nach -Herodoti Be-richt, psammerichns, nachdem er ganz Egyptendurch Beihülfe der Larier und Ionier unter sei-ne Botmäßigkeit gebracht, häufige Pflanzstätte den-selben angeleget, und ihnen egyptische Kinder znn»Oo» Uitter-
s's') Hmpvt. I. 4 . g'iaelh 5 . (ro) Ibig. I. y. quseli. 1 . (2l) ürom. l. 5- p. 567 .
(-2°) /inim-liucrüons vn 8>l ctironsloxx y. 27. os. (-;) I. r.
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