Band 
Erster Theil.
Seite
475
JPEG-Download
 

2 Abschil. Vom Altertum, Negierungsart, Gesetzen 2. der alten Egypter. 47z

Egypter selbst gemeiniglich nichts anders reden; indem das gemeine Volk die Kentnis ihreralten Sprache gänzlich verloren hat, welche wenige, selbst unter ihren Priestern, in einigemGrad der Verkommenheit verstehen (^).

§. 578 .

Die coptisihe Sprache bestehet anjstzo gröstentheils aus dem alten egypristhen Weitereund griechischen, enthalt aber doch noch deutliche Merkmale ihres ursprüngllchen Alter-tums in ihrer Wortfügung und Einrichtung, worin sie von allen morgenländischen und euro-päischen Sprachen so weit unterschieden ist, daß man sich unmöglich vorstellen kan, daß sievon irgend einer unter denselben abgestammet sey. Denn die Copten decliniren ihre Neu-Wörter, und conjungiren ihre Zeitwörter, selbst diejenigen, so fremden Ursprungs sind, nie«

Mals anders, als durch Versetzung der Partikeln, die zuweilen aus einer oder mehrernSylben, zuweilen aber auch nur aus einem einigen Buchstaben bestehen, welche den Fal,das Geschlecht, die Zahl und die Person anzeigen, und derer oft verschiedene bey einemWort verbunden werden, das Hauptwort aber gemeiniglich zuletzt gesetzet. Die Schwie-rigkeit in dieser Sprache bestehet demnach in der unbeschreiblich mannigfaltigen Verbindungder Wörter und Partikeln, in der Veränderung der selbstlautenden Buchstaben, m der Ver-setzung deö mitlern Theils eines Wort, und in der Beifügung überflüßiger Buchstaben;welches alles zu unterscheiden viele Mühe und Geschicklichkeit erfordert').

§. ^ 79 .

Da Egypten zur Handlung ganz unvergleichlich gelegen ist, indem vermittelst des Von ihrermittelländischen Meeres die westlichen Küsten von Asten, ganz Europa und Norden ;^Eung unk.durch das rote Meer aber Arabien, perstcn, Indien, nebst den südlichen und westlichenKüsten von Africa, demselben offen stehen ; die morgenländischen Waren aber durch dieErdenge Gues auf Kamelen leicht nach Egypten gebracht werden können : so ist leichtzu erachten, daß ein so emsiges und aufmerksames Volk nicht lange ohne Gebrauch die-ser Vortheile werde geblieben seyn ; wozu sie nicht nur die Vorstellung des GewinS maggebracht haben, sondern auch die Verschaffung solcher Dinge, die in ihrem Lande feien,als, der Metalle, des Holzes, Pechs, Harzes u. d. g.; welches sie durch AuSfürung ihrer ei-genen vielfältigen und reichen Früchte und Arbeiten bewerkstelligen können, wohin Kom, Lei-newand, Papier, Glas, und verschiedene andere schätzbare Waren gehören. Der Hr.Ioh.Niarshamü) vermeinet, daß die Egyprer sich vorder ptolomäer Zeiten nicht auf dieHandlung geleget; allein er scheint sich darin geirret zu haben. Denn obgleich diese Fürsten 'die Handlung sehr empor gebracht, indem sie ihren Unterthanen den morgenländischenHandel wieder hergestelt durch Erbauung Berenice, Myos-Hormos, und anderer Häfenan dem arabischen Merbusen, so daß Alexanderen die grösseste Messe in der Welt bekom-men : so haben doch die Egypter ganz gewis lange vorher mit den Ausländern einen sehr

Ooo 2 - an-

t) säur 1 er IVl-moir» äei Vliiüori! tom. r. ?. 6l. S- ältt. äe UnZus 6oMic, p. 12-2 I4.

k) Lgnon. ckron. lec. 14. l>. Z67.

-(Z46.B.) Maiüet versichert, daß Zeit seines wiederholt werden. Die hier mehrmals angefürteAufenthalt« in Egypten der letzte coptische Prie- Schrift Dav. wrlken« äe Ii,iA„s coptica ist nebstiker gestorben, der diese Sprache verstanden. Da- -Hadr. Relands ep. sie vetcris lii'suse

her die beibehaltene Verrichtung des Gottesdienstes aegyptiscae in dem Anhange zu Lhambcrlaynsin dieser Sprache gar unvernünftig ist, doch dadurch hü. or-nicm stomin. p. 76-124. anzutreffen, alwo"kläglicher worden, daß die wichtigsten Stücke des- auch kNat.Vei'ß La Lro;e äiff. äe vsrus linguisleiben zugleich arabisch, oder in der Landessprache von derselben zu vergleichen ist.