Band 
Erster Theil.
Seite
496
JPEG-Download
 

496 ni Hauptji. GeschichteEgyptens bis zu den Zeiten Alexanders des Grosse!,.

als unter sich selbst unterschieden sind. Die vornemste Bemühung gehet bey allen dahin,die Zeit, wenn Menes und Sesostris gelebet haben, fest zusetzen; in der Meinung, daßwenn solches geschehen, alles übrige sich von selbst ergebe. Es giebet so mancherley Mei»nungen von diesen beiden FÄsten, daß es uns zu einer gar zu grossen Weitläufigkeit verlei«ten würde, wenn wir sie hier insgesamt ansüren wolten; was wir indessen bey dergleichenUntersuchungen vor erheblich und merkwürdig halten, wird bey Abhandlung ihrer Beschichtten bequemer angebracht werden. Ueberhaupt ist bey allen diesen Schriftstellern, sonderlichaber bey einem unter ihnen, Namens perizonius, zu bemerken, daß sie mehr Recht habe»bey Widerlegung anderer und Entdeckung ihrer Jrtümer und Feler, als bey eigener Festse-tzung oder Einrichtung irgend einiger Sache, daraufman sich verlassen könne.

§. 610.

Beurtheilung Der angenommene Hauptsatz, woraufalle diese Schriftsteller bauen, daß es in den ältt«

nisses sten Zeiten verschiedene Königreiche zugleich in EgypteiiDgeben, ist sehr warscheinlich, indem

die Schrift der egypcisGen Könige in der mehrern Zahl gedenket, sogar noch bis aufIoramSZeiten >). Die Königreiche von Theben und Mempbis haben Egyptcn etliche Jahrhun-derte hindurch getheilet gehabt; und es ist aus dem «skrodorus und Diodorus gewis, daßzur Zeit, da die Erhiopier unter dem Sabdaco. in Egypren eingefallen, wenigstens zweyKönige in demselben Lande gewesen sind. Allein, aus dem Manerho selbst erhellet nicht,daß, ob er gleich die Geschichte von fünf egyptistHen Völkern beschrieben "), er irgend einigtdieser von ihm gemeldeten Dynastien als neben einander oder zu gleicher Zeitg-wefene vorge-stellet habe. Vielmehr hat er im Gegentheil, wofern er nicht von den Abschreibern weit är«ger gemishandelt worden, als wir zu argwonen Grund haben, dieselben insgesamt in eintununterbrochene Folge aufeinander gesetzetund man würde sich die äusserste Freiheitmit dem lDanetho herausnemen, wenn man dieselbe ändern wolle, wofern man nichtdie Schuld auf die Urkunden schiebet, deren er sich bedienet.

Nachdem Tambyses ihre Urkunden weggefüret, haben die egyptisthen Priester,aller Warscheiiilichkeit nach diesen Verlust zu ersetzen und ihr vorgegebenes Altertum zu er-halten, angefangen neue Urkunden zu schreiben, worin sie nicht nur notwendig grosse Felerbegangen, sondern auch vieles von ihrer eignen Erfindung hinzugethan, absonderlich in An-sehung sehr entfernter Zeiten. Da nun Manetho seine Geschichte aus diesem Stof, in Er-manglung eines bessern, zusammen getragen; so muS er ein gut Theil Fabeln mit in dieselbegemischt haben, dergleichen in den alten Geschichten aller Völker, die Juden allein ausge-nommen, angetroffen wird: indem es nicht zu erwarten stehet, daß man in den Umstände»dieser zeitigen Völker im Stande gewesen, Jahrbücher zu halten, als bis auf einige Me»-schenalter nach ihrer anfänglichen Einrichtung. Es ist demnach unbillig, wenn man d>-ganze Schuld der Unordnung und UngewiSheit, die wir in der egyptisthen Geschichte an-treffen, dem Munetho allein aufbürden wil: er hat dieselbe, so viel wir wissen, getreulichaus den Urkunden grsamlet, die er vor sichgehabt: und wir haben so wenig ächte Uederbleib'sel von ihm, ja was wir noch haben, ist von den Abschreibern und vorgegebenen Verbes-sern desselben dermaßen untereinander gemenget worden, daß die )sts wol wenigeSchwierigkeit gefunden, die zerstreueten Glieder ihres verstorbenen Gemals zusammen Zu-bringen, als wenn man aus diesen übrigen Stücken ein Bild herausbringen wölke, das nueeinige Aenlichkeit mit diesem Geschichtschreiber habe. Verschiedene alte Schriftsteller vo»

o-)»Rön. 7, 6 .