zo6 m Hauptst. Geschichte Egyptens öis zu den Zeiten Alexanders des Grossen.
des Nils gebracht, und ihn daselbst ins Meer geworfen; aus welcher Ursache die Egypterdiese Mündung des Flusses verabscheuen. Diese Grausamkeit ward am stebenzehnten Tagedes Monats Athyr verübt, da die Sonne im Scorpion war, und im acht und zwanzig*sten Jahr der Regierung des (Dfrris, oder nach einiger Meinung, seines Lebens, und nichtder Regierung. Wie die paus und Saryrcn den Menschen diese Begebenheit berichteten,wurden sie mit dergleichen plötzlichen Schrecken befallen, so nachgehends beständig ein pa-nisches Schrecken genant worden. Isis aber, als sie solches erfaren, schnitte sie sich eineHarlocke ab, legte Trauerkleider an, und reisete von der Stadt Coprus, wo sie diese be,trübte Zeitung erhalten, aus, nach dem Körper des Osu is zu suchen. Auf solchem Wegefragte sie jederman, der ihr begegnet, ob er nichts von dem Sarge gesehen oder gehörMabe;allein ihr Nachforschen war vergeblich, bis ihr endlich einige Kinder, die es geseherMrtten,daß Typhons Freunde ihn weggebracht, einige Nachricht davon gaben. Daher glaubtendie Egypter, daß die Kinder mit einem Vermögen versehen seyn, künftigeDinge vorher zusagen, und zogen Vorherbedeutungen aus dem, was sie beim Spielen in den Tempeln rede*ten(^')>
§. 6ss.
.Aufsuchung * Da die Isis erfaren, daß Gsicis seine Schwester LJlephthe aus Versehen beschla?seines körpers fen, dieselbe auch mit ihm einen Sohn gezeuget, selbigen aber aus Furcht vor dem Typhonvon der Isis. ausgesetzt habe: so enkschlos sie sich, ihn nunmehro aufzusuchen, und wurde endlich, nach vie-ler Beschwerlichkeit, von Hunden an den Ort gebracht, wo er sich befand. Nachdem siedenselben gefunden, diente er ihr zur Wache und zum Gefärten, und ward Anubis genant.Er fol die Götter eben also behütet haben, wie die Hunde die Menschen zu bewaren pflegen.Endlich brachte sie in Erfarung, daß der Sarg von der See ausgeworfen, undzu Byblusin einen Busch von Ginster oder Heidekraut getrieben, das Kraut aber auf einmal mit ei-nem dicken Stam in die Höhe geschossen sey, daß der Sarg verborgen gewesen, undnicht gesehen werden können. Sie begab sich demnach dahin, und die Mittel zu übergehen,Leren sie sich bedienete seiner habhaft zu werden, so erhielt sie ihn endlich. Wie sie ihreAugen zum erstenmal darauf warf, fieng sie so heftig an zu schreien, daß der jüngste Sohn-es Königs zu Byblus davon starb; denn sie hatte sich bey desselben Angehörigen beliebtgemacht, weil sie solches vor das beste Mittel angesehen zu ihrem Zweck zu gelangen, indemer den Busch, worin der Sarg verborgen lag, seiner Seltsamkeit wegen bebauet gehabt.Sie ging darauf gerades Weges mit seinem ältesten Sohn und dem Sarge zu Schiffe,und vertrocknete auf ihrer Reise den Flus phädrus, auf welchen sie zornig wurde, weil einheftiger Sturmwind von desselben Ausflus auf sie sties, wie sie bey anbrechendem Tage da-- selbst vorbey schifte. Nachdem sie nun allein war, und Zeit dazu hatte, öfnete sie den Sarg,legre sich mit dem Gesichts auf das Gesicht des Todten, und badete es gleichsam mit ihrenThränen. Als sie sich aber solchergestalt ihrer Betrübnis überlies, kam ihr des KönigesSohn, den sie von Byblus mit sich genommen hatte, nachgegangen, um zu sehen was sievorhabe, darüber geriet sie in einen wütenden Zorn, und wendete sich mit einem so erschreck-lichen Blick gegen ihn, daß er vor Entsetzen starb; einige sagen, er sey ins Meer gesprun-gen-
Äie Beziehung der meisten Stücke des gewesen, aus diese Begebenheiten, zeiget das grössteegpptifcken Gottesdienstsunb der gesamten Ver- Altertum derselben an, als von manchen zugegebenehrung der Thiere, so zu Mosis Zeiten schon üblich worden.