-i2 m Hauptst. Geschichte Egyptens bis zu den Zeiten Alexanders des Grossen.
und bauete die Stadt Memphis, in dem alten Bette des Flusses. An der mitternächtigenAbendseite derselben, ausserhalb der Mauren, verfertigte er zwey Seen, die beide ihr Wasseraus dem Nil hatten, welcher FluS längst der Morgenseite der Stadt seinen tauf bekam; inder Stadt selbst aber bauete er den prächtigen und berümten Vulcanustempel«). Erwar der erste, der die Egypter in gottesdienst-ichen Dingen unterrichtete, den Pracht und dieUeppigkeit in den Häusern, nebst den prächtigen Gastmalen einsürte; aus welcher Ursachesein Andenken von einem seiner Nachfolger verflucht worden, wie nachgehends vorkommenwird §).
Nach diesem, meldet Herodoms, haben die Egppter ein Verzeichnis von hundertund dreißig Königen, von dem Menes bis auf den Möris, als den letzten von dieser Zahl,ausgewiesen; von keinem derselben aber, ein ethiopissh Frauenzimmer, Namens NltS-cris, ausgenommen, sey etwas merkwürdiges aufgezeichnet worden. Diodorus hingegenschreibet, des Menes Nachkommen haben den Thron bis ins zwey und fünfzigste Geschlechtbesessen, und zusammen 1400 Jahre regieret. Weil nun bey beiden eine so grosse Lücke an-zutreffen ist, so können wir es, unserm Erachten nach, wol sicher wagen, dieselbe zum Theilmit den Nachrichten auszufüllen, die wir von den Hirten, so über Estppten geherschet ha-ben, aufgezeichnet finden; und das um soviel mehr, weil die ganze Begebenheit, allem An-sehen nach, in einen sehr entfernten Zeitbegrifder egyptischen Geschichte gehöret
§.626.
<r)Ilb. n. üb. I. p. 42.
Meinung ist, daß Menes etwa zu Abrahams Zei-ten gelebet habe; doch behauptet er solches nicht alsgcwis. Ucbrigens wil er durchaus nicht zugeben,daß er des Mercurs oder Athorhes Vater.gewesen,ob ihn gleich Eratosthenes so nennet(r).
Der Vater Perron, der noch vor dem perirom'usgeschrieben, setzt des Menes Regierung weit späterherunter, nack den Zeiten -Hams oder Mirraims,Nach seiner Meinung hat Menes zu regieren ange-fangen L904Iahre nach derSchopfung,und 648 Zäh-re nach der Sündflut. Dieses suchet er auf alle er-stnliche Art zu beweisen, und scheinet sehr zuverläßigzu seyn, daß er recht habe. Zedoch wir werden nim-mer zu Ende kommen, wenn wir uns in dje Meinun-gen und Gründe der Zeitrechnungsverständigcn, djewir bisweilen vor die Hand nemen werden,einlassenwölken; wir werden solches daher aufs möglichst?vermeiden, es sey denn, daß ihr Vortrag sehr deutlichund erheblich, oder ihre Meinungen besonders selt-sam seyn (z).
Nunmehro wollen wir noch den unvergleichlichenHrn. Isaac psewton zu Rathe ziehen Wie dieserZeirrechmnigsverständige der Meinung ist, daßSe-soskris der Gsftjs gewesen: so setzet er den Menesnach demselben; und theils dem zufolge, theils ausandern triftigen Gründen, versetzet er die Reihe dervom -Herodorus gemeldeten-eczyptiscken Königefolgender Gestalt: Sesöflri«, pheron, proteus,Menes, Rhampsinftn«, Möris, Cheops, Le-phren, M/cerinus, Nitocris; die übrigen aber
lässet er in der Ordnung, wie sie bey dem -HerodS»tus stehen. Er nimt dabey an, daß Menes mir den»Amenophia und Memnon einerley Person sey, unddurch verdorbene Aussprache auch Menes, Mine-,Minaus, Minies, Minevis, Enephe«, Vene-phes, Pbamenophis (Yh-manihyas, ^Osyma»'dyas) Gsimanöes, Ismandes. Imanves. Me"»-non und Arminon geheissen habe. Nach seinesMeinung hat Menes ohngefär zoo Jahre vor den»Psammikicus gelebet. Er hält es vor unvernünf-tig, zu behaupten, daß vor der Verjagung der-Hirte»ein einiger König über ganz Egyptcn geherschet ha-be, und bemerket, daß man nicht eher, als einigeJahrhunderte nach dem trojanischen Kriege, i»GrieckcnlanS von den Wunderwerken zu Mentzphis geredet ober gewust habe; denn -Homer pr»'ftt Theben als den berümtesten Ort seiner Zeit,Memphis hingegen gedenkt er nicht das geringste/deren sowol als des mitten in derselben befindlich^Temvel« des Vuleans Erbauung vom Menes »zugjebet, Kurz. durch seine Meinung wird dasterttim des egyptisthen Reichs, worin Menes d»erste König gewesen, weit mehr verkürzt, als sonst ^jemand geschehen (4),
(z6;. B-h Diodorus schreibt die ErbauunadffStadt Arsinoe, auch eines Labyrinths, einemne« oder Menves zu, der aber später gelebet Ms"mus; wie denn mehrere Könige der folgenden Zeit die-sen Namen gefüllt, obwol gemeiniglich nebst andss"
(2) orix. er remp. snri^nillimorum »nueüix. . (z) snriqu. remx»5 retsd^.
UetenU. (4) ^/servr-s» rkroavIc-I/ ofrtre -nrienr Kinßäoms x. 2zb.