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z Abschnitt Die Regierungen der Könige von Egppten.
§» 6 ^ 4 »
Da er nun diese Absicht einer algemeinen Eroberung hatte, und die Notwendigkeit Nnternomme,einer langen Abwesenheit und weiten Entfernung von Egppten erkante: so war er bedacht, «e eroberungdie Gemüter und Neigungen seines eigenen Volks an sich zu ziehen, indem er dieses gar ^ er-weislich vor das natürlichste Mittel hielte, diejenigen, so ihm folgen selten, willig zu machen,in seinem Dienst ihr Leben mit Freuden aufzuopfern, diejenigen aber, die zu Hause blieben,von allen Versuchen einiger Neuerung in seiner Abwesenheit abzuhalten. Er machte sichdaher bey allen seinen Unterthanen, soviel in seinem Vermögen war, beliebt, durch Beschen-kungen mit Geld, oder Austheilung von Lander», oder Erlaffung von Strafen. Er sprachEe, die der Verräterey schuldig gewesen, frey, ohne Strafe, und bezalte die Schulden allerderjenigen, die damit belästigt waren; von welchen letztem er viele in seinem Kriegsherr hat-te. Endlich bemächtigte er sich der Gemüter aller seiner Unterthanen durch reizende Redenund vertrauliches Betragen. Hiernächst theilte er das ganze Königreich in sechs und dreißigAtomen oder Landschaften; bestellete über eine jegliche einen Stathalter ^), und machteseinen Bruder Armais zum obersten Beftlshaber, dem er eine grosse Gewalt ertheilte; wo-bey er ihm j.doch den Gebrauch der königlichen Hauptbinde verbot, und ihm befal, die Kö»
Uigin nebst ihren Kindern nicht zu beleidigen, und sich der königlichen Kebsweiber zu ent»halten Da er nun die Regierung solchergestalt eingerichtet hatte, suchte er die auser-lesensten seiner Unterthanen aus, und errichtete ein Kriegsheer, so der Grösse seines Vorha-bens gemäs war, und besetzte die vornemstsn Vefelhaberstellen desselben mit seinen geliebtenGespielen, deren über siebenzehnhundert an der Zahl waren, zum Angeld seiner Gutthätig-keit: und ausser den Wohlthaten, die er ihnen zugleich mit ihren übrigen Landesleuten erzei-get, damit er und seine Nachfolger beständig eine ordentliche KriegeSmacht auf den Beinenhaben möchten, theilte er unter sein ganzes Kriegsherr gewisse Stücke von dem fruchtbar-sten Lande in Egppten durch das Loos aus, wovon sie ein gutes Einkommen haben ton-ten, daß weder sie noch ihre Nachkommen genötiget seyn möchten, ihren Lebensunterhaltburch Kaufmanschaft oder Handwerke zu suchen, sondern sich gänzlich auf Kriegsübungenlegen möchten. Sein Heer bestünde aus 600000 Man zu Fus, 24000 Reutern, und27000 Kriegswagen. Er zog zuerst nach Ethiopien, und zwang die Einwoner zu einemTribut von Ebenholz, Gold und Elfenbein ^). Man glaubt durchgängig, daß er der er-ste gewesen, der Ethiopien und Troglodyrica überwältiget, und er sol bis an das Vor-gebirge Dira, bey der Meerenge des roten Meers, gekommen seyn, woselbst er einen Pfei-ler mit einer heiligen Aufschrift errichtet, und von da bis in das Zimmetland, oder wenig-stens bis zu einem Ort, woher Zimmet gebracht wurde, gedrungen seyn, alwo er Denkma-le und Pfeiler aufgefürt, die noch vieleIahrhunderte hernach zu sehen gewesen
§. 6zz.
Seine Landmacht allein war zu der Eroberung, die er vorhatte, nicht hinlänglich; Seine flotten,baher setzte er den alten Aberglauben der Egpprer beiseit, und war der erste unter ihrenKönigen, der Flotten von grossen Schiffen ausrüstete. Er hatte zwey derselben: eine aufbem arabischen Meerbusen von vierhundert Segeln, wenn wir dem Diodorus "-) trau-en dürfen, der diese Zahl angiebt, und dem Herodoms «), der eben dieser Flotte in alge-heinern Ausdrücken gedenket; die andere aber in der mittelländischen See, wenn dem
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