5 Aöschm't. Die Regierung der Könige in Egypten. 5Z5
unfruchtbar, daß sie kaum einige Lebensnotwendigkelt brachte; denn es hatten sogar die we-nigen daselbst befindlichen Brunnen und Teiche hartes, bitteres und »»schmackhaftes Was-ser. Dahin verbannete er sie, damit sie ihre ehrliche Machbaren nicht beleidigen möchten,wenn sie unter ihnen woneten, noch sich unter den Unschuldigen in Winkeln verkriechen. Sofürchterlich und unfruchtbar aber diese Gegend gewesen, so gab ihnen doch die Noth, als dieMutter der Erfindung, ein Mittel ein, sich Unterhalt zu verschaffen: denn sie machten lan-ge Netze aus gespaltenem Schilf, und fiengen damit eine grosse Anzal Wachteln, die haufen-weise von der Seeküste dahin kamen; wovon sie ihr Leben kümmerlich erhielten *).
§. 646.
Actisanes starb, und die Egypter wurden ihrer eigenen Wilkür überlassen; daher Mendesundsie sich einen König erwäleten, den einige Mondes, andere aber Marus nennen. Er ist Ceres,des Labyrinths wegen, das er zum Begräbnis erbauete, berümt. Es verdiente nicht sowoltn Ansehung seines Umfangs, als feiner unnachamlichen Einrichtung bewundert zu werden;welche so verworren und zum verirren bequem angeleget gewesen, daß man sich unmöglichohne einen sehr erfarnen Wegweiser zurecht finden konte ^).
Nach dieses Mendes Tode erfolgte in Egypten eine Anarchie oder ein Zwischen,reich von fünf Geschlechtern. Endlich wurde ein Mcmphicer von geringer Herkunft zumKönige erwalet. Mit seinem egyprischen Namen hies er Ceres, welches die Griechendurch den proteus ausdrückten (§). Beides Herodoms und Diodorus setzen ihn in dieZeit des trojanischen Krieges. Die Priester gaben ihn vor einen Menschen, der sich aufdie Witterung verstünde, oder vor einen Zauberer aus, und behaupteten, er könne aller.
Hand Gestalten nach seinem-Gefallen annemen, und sich gar in Feuer verwandeln. DieseFabel, wie sie von den Griechen erzälet worden, hat von einer unter den Egyptern, vie-leicht von dem Promis, eingefürten Gewonheit ihren Ursprung genommen, als welche dieHäupter ihrer Könige mit Vorstellungen von Thieren oder Gewächsen, oder auch mit bren-nendem Weihrauch zu zieren und zu unterscheiden pflegten, um dadurch die königlicheWürde zu bezeichnen und diejenigen, die sie ansahen, in Furcht und Aberglauben zusetzenUnter des Promis Regierung wurde Paris oder Alexander durch einen Sturm an dieägyptischen Küsten verschlagen, und ländete daselbst mit der Helena, die er aus Grie-chenland nach Troja entfürete. Als derselbe nun die treulose Verletzung der Gastfreiheitvernommen, die dieser Jüngling verübet, bemächtigte er sich seiner, nebst seiner Geliebtenund ganzen Geselschast, auch allen Reichtümern, die er mit sich aus Griechenland wegge-bracht. Was Helenen und ihres Gemals Eigentum betraf; so behielt er dieselbe, mit dem
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t) l. 1 . p.LL. § ibiä-m. Sieht »btN §. 475- '") 1. 1 . p. 56 .
. (K) Nach des Perizonius Meinung ist Proteusber Serhos bey dem Manerbo, und derTvphonbeyden Dichtern aewesen. Er glaubt, daß Ho-wers proteus eben dieser König sey, der einMeergott genant worden, weil er über die Küstenvon Eggten zu gebieten gehabt. Er hält den He-?c>dotus nickt vor glaubwürdig in Absicht der An-wnfr des Paris und der -Helena, unter der Regie-rung dieses Königes. Denn es kan mit seiner an-genommenen Meinung nicht bestehen (-7).
Der Herr Mac Newton hingegen scheinet demHerodotus in der Nachricht von dem Paris undder Helena Beifal zu geben, seht ihn aber in ei-nerley. Zeit mit dem Amenophis, den er, wie wirschon angemerket haben, vor den LNene« hält Ervermeinet, baß er unter dem Amenophis Stathal-ter über einen Theil von Unteregypten gewesenseyn mag: und bemerket zu dem Ende, daß ihn Ho-mer an die Seeküste setzet, ihn des Neptun«« Die-ner nennet, und sein griechischer Name nur einenFnrsten oder Vorsteher bedeutet 08 ).
(ry) LIr // tV-cv/en. ctuvuolvxy vf »norm. Ki.ixgvmr »mcsäeck.