5 Abschliß Die Regierungen der Könige in Egypten. 5Z7
ter starb, und die jungen Leute gingen nach der Schatzkammer: und da sie alles funden,wie es ihnen der Vater gesaget hatte, kanten sie leicht hineinsteigen, und bestalen den Kö-nig um ein ansenliches ; welches sie alle Nachte wiederholten. Einige Zeit hernach gingHhampsinims hinein, seine Haufen zu besehen, und erstaunete, da er sahe, daß sie merklichabgenommen hatten; und das um soviel mehr, da sich sein Siegel an der Thür, so der ei«nige Eingang in das Gebäude war, unverletzt befand. Die beiden Bruder setzten ihre nächt«liche Diebereien fort, bis der König nach einer zwey bis dreimaligen Besichtigung ganz au-genscheinlich warnam, daß sein Vorrat auf eine oder andere Weise almälig abncme. Undweil er nun überzeuget war, daß solches durch Menschenhände geschehen müsse: so lies errund um alle Gefässe, worin sich das Geld befand, Schlingen stellen. Die Brüder unter-liessen nicht zur Nachtzeit zu kommen, namen den Stein weg, und einer von ihnen stieg hin«ein, fieng sich aber alsobald in einer Schlinge, da er nach einem mit Silber angefüllten Ge«fäs ging. Bey diesem Zufal rief er seinem Bruder, der draussen stunde, und bat ihnernstlich, hinein zu kommen und ihm den Kopf abzuschneiden, damit derselbe sein eigen Le«ben retten, und die Entdeckung ihres bösen Handels verhüten möchte. Der Bruder erkan«te, daß dieses Begehren vernünftig sey, stieg also hinein, und that, was von ihm verlangetworden, setzte darauf den Stein wieder an seine Stelle, und nam den Kopf mit sich hin.weg. Des andern Morgens früh kam der König hinein, den Erfolg seines Anschlages zusehen; er geriet aber in die äusserste Bestürzung, einen gefangenen Menschen ohne Kopfge«war zu werden» Er ging daher voller Verwirrung wieder heraus; lies aber doch denKörper aussen an der Mauer aufhängen und dem öffentlichen Anblick darstellen, mit Befelan die bestelle Wache, das Betragen der Zuschauer genau zu beobachten, und an wemsie Zeichen eines Kummers und TraurenS spüren würden, denselben vor ihn zu bringen.Als nun die Mutter des Todten hörte, daß der Körper auf solche Art ausgehangen sey,wurde sie ungemein bekümmert, schalt ihren noch lebenden Sohn, und drohete, sie wolle demKönige zu wissen thun, wer seinen Schaß bestolen habe, wofern er ihr nicht seines BrudersLeiche verschaffe und nach Hause bringe. Der junge Mensch that sein äusserstes, sie einiger.Massen zu beruhigen durch Vorstellung der Unmöglichkeit'ihreö Verlangens; allein umsonst,indem sie beständig bey ihren Drohungen blieb. Da er also sahe, daß er was erdenkenMäste, ihr zu wilfaren: so überlegte er, wie dergleichen Unternemung glücklich anzustellensey. Endlich belud er seine Esel mit Schläuchen vol Wein, und trieb sie nach dem Orte hin,wo der Körper ausgehangen war. Wie er an die Wache kam, öfnete er heimlich einigeSchläuche, und sobald der Wein auszukaufen anfieng, schlug er sich auf den Kopf, und stellet-s'ch als einen Menschen voller Bestürzung und Verzweifelung. Jmmittelst liefen die Sol.daten, so die Wache hatten, mit Töpfen nach den Eseln zu, um so viel von dem Getränkevor sich ^ retten, als sie tonten. Als er dieses sahe, gab er ihnen die bittersten Verweise, undwachte sie herunter, daß sie sich an seinem Unglück belustigten, an stat ihm zu Hülfe zu kom.wen: allein, da sie ihm gute Worte gaben, Mete er sich besänftiget, leitete seine Esel aus demWege, und war dem Ansehen nach sehr geschäftig, den übrigen Wein zu retten. Indem^ sich damit zu thun machte, stunden die Wächter um ihn herum, lachten und scherzten mit^M, worüber er ihnen endlich einen Schlauch Wein preis gab; dagegen sie ihn aus Dank-^arkeit für eine so grosse Wohlthat nötigten, bey ihnen zu bleiben und mit ihnen zu trin-Das that er, und nachdem derselbe Schlauch auögeleret war, gab er ihnen noch ei-andern; bis endlich der viele Wein der Wache den Kopf einnam, und sie in einen tiefenA.W.H.I. Theil. Yyy Schlaf