Band 
Erster Theil.
Seite
538
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M in Haupst. Geschichte Egyptens bis zu den Zeiten Alexanders des Grossen.

Schlaf fielen. Sodann nam er die Gelegenheit wahr; und als er merkte, daß sich beyjstock-finsterer Nacht nichts rege, ging er nach dein Körper, nam ihn ab, legte ihn quer über ei-nen Esel, beschor einem jeden Soldaten den rechten Backen aus Hohn, ging mit dem Leich-nam fort, und brachte ihn seiner Mutter glücklich nach Hause. Als der König diese Bege-benheit erfur, ward seine Verwunderung aufs neue vermerct, daher er, den Thäter ausfin-dig zu machen, folgendes Mittel erdachte: Er befal seiner Tochter, sie solle sich in einem ge-wissen Gemach des PallasteS jederman ohne Unterscheid überlassen; jedoch mit dem Bedin-ge, vorher von einem jeden ein Geständnis des listigsten Streichs und ärgsten Verbre-chens, so er jemals verübet, zu erhalten. Seine Tochter gehorchte, und that nach der gege-benen Anwelsungi Als nun der Dieb von diesem seltsamen Beginnen Nachricht bekam, ent-schlos er sich, den König noch etwas weiter in Erstaunen zu setzen. Zu dem Ende nam erden Arm von einem kürzlich gestorbenen Menschen unter den Mantel, und ging zu des Kö-niges Tochter. Sie befragte ihn aufeben die Art und in gleicher Absicht, als die übrigen,die vorher bey ihr gewesen waren ; woraus er ihr frey heraus betanke: die abscheulichste undärgste That in seinem Leben sey diese, daß er seinem Bruder den Kopf abgeschnitten habe, lda er in der Schatzkammer verstrickt gewesen ; sein listigster Streich aber, den erstmals ver-übet, daß er den Körper der Wache, so ihn verwaret, weggestolen habe. Sie wolte ihndarauf anhalten. Wie er aber solches merkte, hielte er ihr den todten Arm hin, welchen sieergrif; immittelst lief er davon, und entkam glücklich durch Beihülfe der Nacht. DesRhampstnirus Zorn ward dadurch in eine Bewunderung der Künheit und Freimütigkeitdes Menschen verwandelt; daher lies er in allen Städten ausrufen, daß wenn derselbeMensch, er möchte auch seyn wer er wolte, sich angäbe, er nicht nur Verzeihung, sondern auchnoch eine grosse Belonung dazu erhalten solte. Der junge Mensch verlies sich darauf, ginggleich zum Pallast, und gab sich zu erkennen. Worauf ihm der König seine Tochter zurEhe gab, und ihn vor weit klüger hielt, als alle andere Menschen, so damals auf Erdenlebten. Unser Verfasser wil nicht vor alle Umstände dieser Geschichte die Gewär leisten.

Nach diesem hat man auch,erdichtet, Rhampsimrus sey lebendig in die unterirdi« ,sehen Gegenden herabgestiegen, und habe daselbst mit der Ceres in Würfeln gespielet, aberweder gewonnen noch verloren; sey aber von ihr bey seiner Rückker mit einer güldenen Trink-schale beschenket worden. Die Zeit zwischen seiner Abfark bis zur Wiederkunft wurde vieleIah' 'nderte hernach von den Egpprern sehr feierlich begangen. Damit wir aber nundie Ge,chichte dieses Königes mit einigem Schein der Warheit und Mutmaslichkeit beschließsen: so hat er mit vieler Klugheit und Gerechtigkeit regieret, auch beständig und genau diegute Ordnung beobachtet, welche bis auf seinen Tod in dem ganzen Königreich, von seinerersten Stiftung an, unverrückt anzutreffen gewesen (^).

§. 648-

x) I. r.

(Z?2 B ) Der Obelisk zu Rom ist eins der durch den Anschein der Unmöglichkeit solcher Unter-prächtigsten Denkmale des egyptiscben Altertums, nemung abgeschreckt worden. Lonstantinus hatwodurch der König Ramessessein Andenken zu ver- ihn daraus nach AleranSrien bringen lassen, umewigen gesucht, obgleich Rircher durch seine hiero- Lonstantinopel damit zu zieren; Lonstamios aberglyphiscke Vorurlheile die historische Auslegung ist damit zu Stande gekommen; und hat ihn ausseiner Aufschriften zlveifelhaft und verwerflich ma- gottesdienstlichen Ursachen, well er der Sonne ge-chen wolle». Augustus hat denselben bereits nach widmet gewesen, in Lonstantinopel aber kein GARom wollen bringen lassen, ist aber entweder hendienst und Ueberrest desselben stat gefunden, nachdurch adergläubige Beisorge, oder warscheinlicher Rom bringen lassen, wo er durch die Verwüstung