Band 
Erster Theil.
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541
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z Abschmt. Die Regierungen der Könige von Egypten. 541

und demselben gemäs gehandelt; daß aber seine Unwissenheit desselben, so ihn verleitet, denLauf ihrer Drangsale zu unterbrechen, die Ursach s y, warum er sobald aus dem Wege ge.räumet werde. Als er demnach fand, daß dieser Schluö unveränderlich sey; so überlegte er,wie er sich den kleinen Ueberrest seines kurzen Lebens noch am besten zu Nutze machen möchte:er lies demnach alle Nachts eine grosse Menge Lampen anzünden, und brachte seinr ganze Zeitmit Trinken und Lustbarkeiten zu. Von der Zeit an machte er keinen Unterscheid mehr un-ter Tag und Nacht, sondern strich in den Büschen und auf den Wiesen herum, und suchtedie lustigsten und kurzweiligsten Geselschaften auf. Diese Lebensart trieb er, in Meinung,das Orakel Lügen zu strafen und zwölfJahre an stat sechs zu leben. Schlieslich sagt man,daß Mpcerimrs eine Spitzseule erbauet habe, die von Grund auf bis zu der Mitte auserhiopischen Steinen bestanden, und sol er seinen Namen an der mitternächtigen Seitedarauf geschrieben haben. Diese Spitzseule haben die Griechen, durch ein grobes Verse-hen der Hure Rboopis beigelegt, die zu Amasis Zeiten, etliche Regierungen später, be,rümt gewesen ist ').

§. 65z.

Wir schreiten nun zu dem Gnephacrhus, dem Vater Bocchoris des Weisen. Gnephacthusplutarch -) nennet ihn auch Technaris, Alerts oder LTseochabis. Ob und wie vieleZeit zwischen seiner und des Mycerinus Regierung verflossen sey, erhellet aus nichts. Die-ser König ist seiner Mäßigkeit und der Verfluchung des Nlenes wegen berümt. Dennman berichtet von ihm, daß, da er ein Kriegsherr nach Arabien gefüret, und durch diegrosse und unfruchtbare Wüste gezogen, er einmal in grosse Bedürfnisse und Mangel derLebensmittel geraten: da er nun an einem Tage genötiget gewesen, mit schlechter und gerin-ger Speise vorlieb zu nehmen, sey er in einen riefen Schlaf gekommen, welcher ihn derge-stalt erquickt, daß er alle Schwelgerey und Ueppigkeit verboten, und den Menes, der siezuerst eingefüret, verfluchet hat: ja, daß er das Andenken dieses seines Vorfaren so eifrigverfolget habe, daß er auch, mit Genemhaltung der Priester, seine Verfluchung in einenPfeiler elngegraben, der in dem Tempel zu Theben zu sehen gewesen; daher es denn ge-schehen, daß der schöne Name Menes in den folgenden Zeiten ganz verdunkelt gewesen.

§. 654.

Bocchoris, des Gnephacthus Sohn, fürte den Zunamen der Weise. Er Bocchoris.war zwar von schlechtem äufferm Ansehen, allein an Klugheit und Weisheit allen seinenVorfaren weit überlegen. Man hält ihn vor den vierten egyptifthen Gesetzgeber; alleinseine Gesetze scheinen nichts anders als die Handlung und Einrichtung der- öffentlichenEinkünfte betroffen zu haben. Seine Urtheile wurden ihrer Vortreflichkeit wegen vieleJahrhunderte nach seinem Tode aufbehalten; seine grosse Tugenden aber sind einigermassendurch seine Neigung zum Geiz verdunkelt worden <). Seiner Unterthanen Ehrerbietig,keit gegen ihn ging so weit, daß sie erdichteten, Isis habe ihm eine Otter zugeschickt, ihmdas Gesicht zu benemen, damit er gerecht richten möchte ^). Jmmkttclst machte er sichdamit durchgängig vorhast, daß er einen wilden Stier zu dem heiligen, Mncvis genant,hineinlies; welcher letzte doch die Oberhand behielt, und seinen Gegner erlegte. Endlicherzälet man von ihm, daß er, aller seiner billigen Urtheile«) und tugendbaften Gemütes ohn-erachtet, von dem Erhiopier Sabbaco gefangen und lebendig verbrant worden H.

Yyy z §. 65;.

2 ) 2 . Siehe eben §. 447. H a- ek Ol>r'»!k. L) Siehe oben §. 528. c°) O,!.

85. c) >. l,. c. n. /)