AsychiS.
z^.2 m Haupst. Geschichte Egyptens bis zu den Zeiten Alexanders des Grossen.
§. 6ss.
Asychis wird vom Herodoms gleich nach dem Mycermus gesetzt: wir aber ha-ben, nach Anleitung de6 Diodorus, zwey Regierungen zwischen ihnen eingeschaltet, ob wirgleich völlig überzeugt sind, daß Bocchoris und Asychis eben derselbe König gewesen;wie wir bald weiter anzeigen wollen. Jmmittelst wird von dem Asychis gemeldet, er ha-be die Bogenstellung an der Morgenseite des Vulcanstempels mit solcher Pracht aufge-füret, daß die übrigen dadurch verdunkelt worden« Weil er ferner gefunden, daß derReichtum von Egypren in weniger Leute Händen sey, und der Handel in Versal geraten:so gab er ein Gesetz, vermöge dessen jemand auf seines Vaters Begräbnis Geld borgen,und die Leiche dem Gläubiger zum Pfande stellen durfte. Der Schuldner durfte indessen,bis solch Pfand wieder eingelöset worden, weder in seines Vaters noch irgend einem andernBegräbnis begraben werden, auch keinen von seinen Nachkommen darin beisetzen. Die-ser König bauete sich eine Spitzseule von Backsteinen, um alle seine Vorfaren zu übertreffen,und setzte eine sehr ruhmrätige Aufschrift daraufe).
§. 6 ; 6 .
Anysis. Nach dem Asychis wurde ein blinder Man, Namens Anysrs, aus einer Stadteben des Namens, König. Unter seiner Regierung fiel der König von Ethiopien, Gab-baco, mit einem mächtigen Kriegsheer in Egyptcn ein ; Amysis aber flöhe, sich zu retten,nach den morastigen Gegenden, und überlies sein Königreich den einbrechenden Feinden^).
Ehe wir uns aber in die Regierungsgeschichte des Sabbaco einließen, müssen wirnoch kürzlich auf die letzten drey Regierungen einen Blick thun, da wir vieleicht Ursache fin-den zu glauben, daß Bocchoris und Asychis nur verschiedene Namen eines Königes seyn,und der blinde Man Anyft's zu gleicher Zeit mit demselben gelebet habe. Denn das Ge-setz, so Asychis gegeben haben sol, schmeckt so sehr nach des Bocchoris Gemütsfassung,daß man dadurch leicht bewogen werden kan, sie vor eine Person zu halten. Und wofernes seine Richtigkeit hat, daß Bocchoris von dem Sabbaco lebendig verbräm worden :so mus solches nicht nur an dem seyn, sondern Anysis auch zu gleicher Zeit über einen an-dern Theil von Egypten geherschet haben. Ferner meldet Herodorus, L^lecus, despsammirichus Vater, sey von eben dem Erhiopier erschlagen worden '). Wir findenhier demnach drey Könige, wenn wir anders annemen dürfen, daß LTIecus von königlicherWürde gewesen, die alle von einem und eben demselben Feinde, und zwar insgesamt inrzypren, überwunden worden. Woraus deutlich erhellen mag, daß viele von den egypti-schen Königen in eine Ordnung der Nachfolge auf einander gesetzt worden, die zugleich ne-ben einander regieret haben, blos aus Pralerey, und die Ansprüche der Priester aufdas über-triebene Altertum ihres Königreichs zu bestätigen (*").
§. 657.
Sabbaco der Nunmehro kommen wir wieder auf den Sabbaco. Wenn es an dem ist, daß erEthiopier. ft strenge mit dem Bocchoris verfsren: so haben diejenigen gewis nicht unrecht, die da be-haupten, daß er seine Regierung mit Unmenschlichkeit und Grausamkeit gegen andere Leuteangefangen habe. Nachdem er aber kaum auf dem Thron befestiget gewesen, so wurde er
ein
1 .2. Sieht oben §. 447. I. r. lllein ibläein.
(;7Z. B.) Von diesem Bocchoris ist Mars, in mehrere Herschaften vor dieser Zeit, weitläufigerbam csn. cliron. tsec, 16 p. 48 l sti zu vergleichen, bewiesen werden, wodurch die Bezwingung desselbenakwo p. 470 sq. die Theilung desegypristhei, Reichs von auswerl'gen Feinden begreiflicher wird.