Band 
Erster Theil.
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543
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z Abschn. Die Regierungen der Könige in'Egypten. 54Z

ein ganz neuer Mensch; so daß er seiner Barmherzigkeit, Gnade und Sitsamkekt wegen un«gemein gerümet wird. Man hält ihn vok den So in der Schrift, der mit dem Könige vonSamarien, Hofeas, ein Bündnis wieder Galmanasser, den König von Assyrien, ge-macht. Er wurde durch einen Traum oder Gesicht zu dem Einfal in Egypren gereizet,wodurch er Versicherung erhalten, Egypren fünfzig Jahr lang zu behaupten. Nachdemnun diese Zeit um gewesen, ist er freiwillig wieder nach Ethiopien gegangen und hat sichseines eroberten Königreichs begeben. So lange er aber in Egypren gewesen, hat er dieherlichsten Proben von seiner Weisheit und Frömmigkeit abgelegt, und keinem seiner egy-Ptischen Vorfaren in der Regierungskunst das geringste nachgegeben. Er hat niemals indie Hinrichtung eines Missethäters gewilttget, wenn er gleich zum Tode verurtheilet gewesen;sondern die Strafe in schwere Arbeit verwandelt, welche blos in Auffürung von Bergen undGrabung von Canälen bestanden: so daß die egyptistHen Städte eine höhere Lage bekom-men, und weit bequemer worden, als sie von dem Gesostris angelegt gewesen; welchessonderlich der Stadt Bubastis wiedersaren, worinnen ein sehr schöner Tempel der Göttingleiches Namens gestanden, welche die Griechen vor ihre Diana ausgegeben. Endlichhakte Sabdaco im Schlaf ein Gesicht, daß ihm der Schutzgott von Theben angedeutet,er könne das Königreich Egypren nicht sicher und glücklich behaupten, wofern er nicht diePriester hinrichte, wenn er mit seiner Wache zwischen ihnen durchgehe. Dieses Gesichthatte er verschiedenemale nach einander; weil aber sein Herz eine so erschreckliche Unternemungverabscheuete, lies er die Priester holen, und ecöfnete ihnen, wozu ihn die Götter reizenwollen, und daß er daher zu besorgen anfange, es sey ihr Wille, daß er nicht länger inEgypren bleiben solle; daher er lieber mit reinen Händen und einem unbefleckten Gewissenin sein Erbkönigreich zurückkeren wolle, als in die Notwendigkeit geraten, sein Leben durchein so algemeines Blutvergießen zu beflecken, um sich auf dem Throne von Egypren zu er-halten. Weil er nun überdis erwog, daß die vorher bestirnten fünfzig Jahre verflossen, sobegab er sich dem zufolge wieder in sein Vaterland *).

Sobald als Gabbaco das Königreich geraumst hatte, kam Anysts aus dem Or-ke, wo er sich versteckt gehabt, wieder hervor, und übernam die Regierung aufs neue. Er.war fünfzig Jahre abwesend gewesen, und hatte in der Zeit aus Asche und Erde eine Inselzu seiner Wonung gemacht; denn so oft ein Egyprer mit Lebensrnitteln zu ihm kam, so be.gerete er jederzeit, daß ihm ohne Vorwissen des Erhiopiers Asche gebracht werde. Die-se Insel wurde Elbo genant, und blieb über siebenhundert Jahr, bis auf die Regierungdes Amyrräus, »»entdeckt.

§. 658.

Nach ihm regierte einer Namens Serhon, der zugleich König und Priester desVuleans war. Er hielt nicht nur den Stand und die Ordnung der Soldaten verächtlich,sondern entzog ihnen auch ungerechter Weise ihre Freiheiten und Länder; wodurch sie der-gestalt aufgebracht wurden, daß sie sich ihrer Unterthänigkeit entbunden zu seyn erachteten,und miteinander vereinigten, unter ihm nimmermehr Waffen zu tragen, wenn er ihrer je-mals benötiget seyn solle. Allein, er war über ihr Drohen und Murren unbekümmert, undergab sich gänzlich der Beschauung und den Verrichtungen des Gotttesdienstes. Eine sol-che BewandniS hatte es damals, als Sennacherib, König von Assyrien, sich, mit demVorsatz in Egypren einzubrechen, gegen pelusium näherte. Da Sethon nun die Ge-

Sethvn,köni'gund Priester.

!. r. O/s//. 1.1. p. 55.