z Abschritt. Die Regierungen der Könige in Egypten. 54Z
nau betank sey, in zwölf Königreiche getheilet, und zwölf von den vornemsten egyptifchenHerren darüber gesetzt. Diese zwölfe traten, zum Behuf der gemeinen Wolfart, in die ge-naueste Verbindung. Der gegenseitige Vertrag ward auf die allerverbindlichste Art abge-fast, und durch die stärksten Bande befestiget, die zu einer immerwärenden Einigkeit undZusammenstkmmung unter einander dienen tonten; weil von einem Orakel beim Antritihrer Regierung vorherverkündiget worden, daß derjenige unter ihnen, der in einem eher-nen Becher Wein opfern werde, mit der Zeit König über ganz Egypten seyn würde.Diese neu? Einrichtung verursachte Ruhe und Glückseligkeit, und die zwölf Könige beschloß,sen, ein Denkmal zu stiften, so ihres Namens Gedächtnis auf die spatesten Zeiten fortpflan-jen könne; und dem zufolge erbaueten sie das berümte Labyrinth «) an dem See Moris.Nach geraumer Zeit begab es sich, daß sie alle zu einer gesetzten Zeit zusammen kamen, indem Pulcanstempel zu opfern. Da sie nun an dem letzten Tage ein Trankopfer bringenwollen, brachte der Hohepriester aus Versehen nur eilf von den zwölf goldenen Schalen her-vor, die zum Gebrauch der zwölf Fürsten verwaret wurden; daher psammitichus, der zu-letzt in der Reihe stund, und mit keinem Opfergerät versehen war, seinen Helm abnam,welcher von Erz war, dergleichen sie alle zwölf trugen, und damit sein Trankopfer verrichte-ke. Dis that er zwar unversehens; allein da es die übrigen bemerkten, erinnerten sie sichdes Ausspruchß, der demjenigen verhieße, allein König über Egypten zu seyn, welcher andem Ort ein Trankopfer mit einer ehernen Schale verrichten würde. Daher^rb sie gleichüberzeuget wurden, daß er keine böse Absicht gehabt, und ihn desfals nicht zum Tode ver-urtheilen wollen: so stimten sie doch einniütig dahin, ihn in die Marschländer zu vertreiben,ihm den grösten Theil seines Gebiets abzunemen, und alle Beschäftigung mit öffentlichenHändeln zu untersagen *). Die Ursach dieser Zwistigkeit wird von einigen pnders erzält,und die ganze Sache dem Neide zugeschrieben. Denn bey der bereits gemeldeten Einkhei-lung des Reichs in zwölf Landschaften fielen die Seeküsten auf des pstrmmitichus LooS.Da er nun alle Handlung mit den Griechen und Phöniciern sehr empor gebracht: so er-langte er nicht nur grosse Schätze, sondern erhielt auch die Gewogenheit und Freundschaftverschiedener auswertigen Könige und Völker; welches ihm den Neid seiner Gehülfen zu-zog: die, aus Beisorge, «möchte ihnen zu fürchterlich werden und sich der Herschaft übersie bemächtigen, beschlossen, ihn beizeiten einzuschränken. Daher kündigten sie ihm sämt-lich den Krieg an. Da er sich aber von ungleicher Macht zur Gegenwehr befand, lies erein Kriegsheer dingen, das mehrentheils aus Ioniern, Tariern und Arabern bestünde,vertrieb Gewalt mit Gewalt, brachte auch endlich die übrigen Könige in seine Botmäs-sigkeit, und machte also dieser Regierung von zwölfen ein Ende r>). Nach dem an-dem Bericht aber wird gemeldet, er habe sich, dem gedachten Urtheil zufolge, in die mo-rastigen Gegenden begeben; well ers aber doch gar hoch empfunden, daß man einer sol-chen Kleinigkeit wegen, dabey er doch weder vorjeßo noch aufs künftige Böses im Skngehabt, so streng mit ihm verfaren: so habe er nach dem Orakel der Lacona in derStadt Butus gesandt, um zu erfaren, wie und wenn er eine Veränderung hoffen mö-ge; da er denn die Antwort erhallen: es werde etwas ehernes plötzlich aus dem Meerhervorkommen, und ihn rächen. Welches er doch als eine offenbare Ungereimtheit ansähe.Allein, nicht lange hernach kamen einige ionische und carische Seeräuber in eherner Rü-stung ans Land. Als daraufein Egyprer, der zuvor niemals auf diese Art bewafnete LeuteA.W.H.i Theil. Zzz gest.
») Siehe oben § 47«.
l. 2.
O/s-, >5», 1.1, p. so.