z Abschritt. Die Regierungen der Könige von Egypten. ' ZZ1
§. 669.
Damit wir aber auch die Uebereinstimmung der heiligen und weltlichen Beschicht- Fortsetzungschreibet erwegen: so wollen wir erst das von den erstem ihm angekündigte Strafgericht An^begeben-vernemen, und hernach die Volziehung desselben bey den letzteren sehen; welches in diesem ^
Falle, da wir auf beide acht geben müssen, unsers Erachtens die leichteste und deutlichsteLehrart ist. Wir haben bereits überhaupt angezeiget, daß die Schrift diesem Könige einengewaltsamen Tod gedrohet habe; lasset uns aber nun aufdie Worte des Propheten selbstacht haben: So spricht der HErr, stehe, ich wil pharaoh Hophra, den Aönigvon Egypten, in die Hand seiner Feinde geben, und in die Hand derer, die ihmnach dem Leben stehen; gleichwie ich Zedekia, den Rönig Iuda, in die Handplebuchadnezzars, des Ronigs von Babylon, seines Feindes, gegeben habe, derihm nach dem Leben gestanden ^). Bey dem Ezechrel werden viele dergleichenWeissagungen wieder ihn ausgesprochen, er wird aber daselbst nur mit seinen übrigen Unter»thauen zusammengenommen, daher wir dieselben übergehen wollen. Nunmehro haben wirzu sehen, wie sein Untergang bewerkstelliget worden. Die Cyrenaer, eine Pflanzstadt derGriechen, hatten einen zalreichen Zuwachs von Landöleuten unter ihrem dritten Könige,
Battus dem glücklichen; und da sie durch einen Ausspruch des pyrhisihen Orakelsdazu angereizet worden, fielen sie auf Theilung der Länder, und vertrieben die Lybier, ihreNachbaren, unrechtmäßiger Weise aus ihrem Eigentum; worauf derselben König, Andi-cran, eine Gesandschast an den Apries schickte, sich ihm zu unterwerfen und ihn um seinenSchuh wieder die Gewalt dieser neuen Ankömlinge anzustehen. Apries bewilligte seinBegeren, und sandte ihm ein mächtiges Kriegsheer zu Hülfe. Allein die Egypter wur-den von den Cyrenäern geschlagen, mit einer so grausamen Niederlage, daß die wenigen,so davon gekommen, mit dem heftigsten Grim wieder ihren König aufgebracht waren, alshätte er sie zum unausbleiblichen Untergänge auögesandt, in Hofnung, nach ihrer Ausrot-tung über seine übrigen Unterthanen eine wilkürliche Herschast zu behaupten. Was dieseBeschwerde vor Grund gehabt, ist nicht klar; doch ward der leichtsinnige Pöbel dergestaltdamit eingenommen, daß fast ein algemeinec Aufstand erfolgte. Auf erhaltene Nachricht,daß sie sich im Auflauf versamlet, und ganz laut von einer Veränderung der Herschaft re-deten, sandte er einen, seiner Meinung nach zuverläßigen Freund und der bey dem Volkein besondern: Ansehen stand, Namens Amasts, sie zu besänftigen. Er ging zwar hin;allein an stat sie mit dem Apries auszusönen, trat er auf ihre Seite, zu seinem Vortheil;denn wie er sich sielte, als wolte er ihnen ihr Verhalten verweisen und sie zur Unterthänigkeitermanen, kam einer unter denselben von hinten zu ihm, setzte ihm einen Helm auf denKopf, und begrüste ihn als König von Egypren; und von dem Augenblick an rüstete ersich, seinen Herrn zu bekriegen «). Da sich Apries so häölich betrogen sahe, befal ereinem, Namens pararbemis, dem angesehensten Man unter allen Egyptem, sich in dasaufrürrsche Lager zu verfügen, und den Amasts lebendig zu ihm zu bringen. Er gehorch-te, und sobald er den Amasts zu Gi ficht bekam, rief er ihm zu, und verlangte, er solle mit'hm zum Könige gehen. Darauf hob Amasts, der eben zu Pferde sas, den Schenkelauf,einen Wind streichen, und sagte zu ihm, den möchte er dem Könige überbringen. Demverachtet hielt pütardemis weiter bey ihm an, dem königlichen Befel zu gehorchen;allein er konte von dem Amasts weiter nichts erhalten als diese Antwort, er habe sich in
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