/. Abschnit. Die Regierungen der Kömge m Egypten. sss
Menge derselben lies er zu andern Gebäuden zubereiten. Was indessen am meisten zu be-wundern gewesen, ist, daß er ein Haus, so aus einem einigen Stern bestanden, aus gedachterStadt nach Sais bringen lassen. Nach den äusseren Ausmessungen betrug' die Vordersei-te ein und zwanzig Ellen, die Tiefe oder Breite vierzehn, und die Höhe acht Ellen; in-wendig aber bestunden dieselben aus achtzehn, zwölf und fünf Ellen. Drey. Jahre langwurden zweitausend Schisteute gebraucht, dieses außerordentliche Gebäude an Ort und Stel-le zu bringen. Es stunde gleich an dem Eingänge des Tempels, und wurde niemals ganzhineingebracht; entweder, wie man vorgab, weil der oberste Werkmeister einmal seufzete, als»b er der Arbeit müde sey, worüber Amasis, der dabey gestanden, unwillig worden, undnicht verstatten wolte, daß er das geringste weiter damit zu thun haben solte; oder weil ei-ner von den Arbeitern von dem Hause zu tode gequetschet worden, wiemaneSaufRollenin denTempel bringen wolte, daher es nicht weiter fortgerückt werden können. Er war sehr präch-tig in den Gaben und Zieraten, die er auf andere berümte Tempel verwendete; sonderlichju Memphis, woselbst er vor dem Vulcanstempel eine riesenmaßige Bildseule von fünfund siebenzig Fus in der Lange aufdem Rücken hinlegen lies, so daß das Gesicht aufwärts sa-he : und auf eben dem Fusgestel oder Boden, worauf dieselbe lag, richtete er zwey andereBildseulen von zwanzig Fus auf, die aus einem Stein gehauen waren, und von welcheneine an jeglicher Seite der grossen Seule.stunde. Zu Sais befand sich ein anderer diesenganz änlicher Colosie. Doch diesen Absah zu beschließen, so hat er den grossen Tempelder Isis zu Memphis erbauet.
§. 676.
Ferner sol Egppten unter seiner Regierung sehr glücklich gewesen seyn, was die Egyptenszu-Befeuchtung des Nils betrift, und wenigstens 2OOOO volkreiche Städte enthalten haben. llaud unterDamit nun bey einer so grossen Menge Menschen gute Ordnung desto besser erhalten wer-den möchte, sogabAmasis ein Geseh, wodurch ein jeder Egypter verbunden wurde,dem Stathalter der Landschaft alle Jahre einmal Nachricht zu geben, durch was vor Mit- -tel er sein Brot verdiene, oder, in Ermanglung dessen, den Tod auszustehen. Der auchzur Strafe auf diejenigen gesetzt wurde, die nicht im Stande waren, hinlängliche Rechen-schaft von sich selbst zu geben >). Dieses nun und anderer Gesetze wegen, die er gegeben,hat er den Namen des fünften egypuschen Gesetzgebers bekommen §).
§. 677.
Er war ein grosser Freund der Griechen, und ward von dem Golon besucht H. GewogenheitAusser den thätigen Gefälligkeiten, die er theils einzeln Leuten, theils ganzen Städten dieses gegen dieVolks erzeigte, erlaubte er so vielen als Lust dazu hatten, nach Egypten zu kommen, und breche«,sich entweder in der ungemein berümten Handelsstadt Naucraris niederzulassen, oderihr Gewerbe auf den Seeküsten zu treiben; ja er räumete ihnen Plätze ein, wo sie Altareund Tempel vor ibre eigene Gotheiten errichten durften. Dem zufolge füreten sie verschiedeneTempel auf, worunter der berümteste, so am meisten besucht wurde, der griechische Tem-^l hies, als welcher auf gemeinschaftliche Kosten der ionischen Städte, Eftio, Teos,
»chvcaa und Clazomene, ingleichen der dorischen, Ahodes, Cnidus, Halicarnasius^d phaftlis, unter den Aeoliern aber nur der einigen Stadt Mytelene, war erbauetworden. Die Einwoner von Aegina baueten auch blos auf ihre Kosten einen Tempel dem-Jupiter; die Samier einen vor die Juno, und die Milesier einen dritten vor den
Aaa a 2 Apollo,
k) Eiche oben §. 508. 1 .2. r) >. 1. x. 85 .
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