Band 
Erster Theil.
Seite
558
JPEG-Download
 

in. Hauptst. Geschichte Egyptens bis zu den Zeiten Alexanders des Grossen.

dieselbe sandte er demnach mit solcher Pracht und dergleichen Gefolge, als seiner leiblichenTochter würde zukommen seyn, zu dem Lambyses nach persien; der, sobald er ihrer an-sichtig worden, sie als des Amasis Tochter angeredet. Worauf sie unverzüglich antwor-tete, daß Amasis ihn betrogen habe, indem sie nicht seine Tochter sey, sondern das un-glückliche Kind des unglückseligen Apries, den Amasis umgebracht, und dessen Throns ersich bemächtiget. Worüber Lambyses in Unwillen entbrante, und eine Gelübe that, denAmasis zu vertilgen. So erzälten die Perser diese Begebenheit. . Allein es ist nicht war-scheinlich, daß solches Grund habe; denn plitetis muste zu der Zeit über vierzig Jahr alt,oder wenigstens nicht weit davon gewesen seyn, folglich sich vor des Cambyses Bette sehrschlecht geschickt haben. Auf der andern Seite aber machten die Egypcer, um sich auchbey diesem verderblichen Misverstandnis einiges Ansehen beizulegen, auf eine Verwand-schaft mit dem Cambyses Anspruch, und sagten, Cyrus sey derjenige gewesen, der nachdes Amasis Tochter geschickt habe, Cambyses aber sey der Niteris Sohn gewesen.Hiedurch wird nun zwar die schreckliche Bosheit begreiflicher, die er an dem Amasis ver-übet, um seinen unglücklichen Grosvater Apries zu rächen, wozu er von seiner Mutter solseyn angereizet worden : allein Herodoms meldet, es sey den Gebräuchen der Perser zu-widergelaufen, einen natürlichen Sohn zur Thronfolge zu lassen., Aufdie dritte Art wird be-richtet : Als ein vornemes persisches Frauenzimmer zum Besuch bey des Konigö Weiberngelassen worden, und der Casiandana Kinder bewundert, habe diese ihr geantwortet, daß, obsie gleich des Cyrus Gemalin und eine Mutter solcher schönen Kinder sey, so setze er sie dochbey Seite, und ziehe ihr eine egyptische Magd vor; womit sie die d^iretis gemeiner.Als dis Camdyfts, ihr ältester Sohn, der zu der Zeit nur zehn Jahr alt gewesen, gehört,habe er zu ihr gesagt, wenn er ein Man seyn würde, wolle er ganz Egxpten um ih-rentwillen verheeren. Dessen sol er sich nachmals erinnert, und solch Versprechen erfüllethaben. Allein dem bisher vorgetragenen ohngeachtet, wollen wir doch lieber mit dem D.prideaux*) glauben, daß, da Amasis sich dem Cyrus unterworfen und Tribut erle-get gehabt, er bey seinem Tode seinem Nachfolger den Gehorsam verweigert habe. Nach-dem wir auf diese Art unserm Leser die verschiedenen Ursachen dieses Krieges vorgelegt ha-ben, wie wir sie finden, so verlassen wir den Cambyses bey seiner Kriegsrüstung, undwenden uns wieder zu dem Amasis.

§. 68i.

Verräterey Unterdessen daß sich dieses Ungewitker zusammen zog, ward phanes von Halltdem Phanes' Eirassus, ein Befelshaber der griechischen Hülssvölker? die in des Amasis Sold' stunden, heimlich misvergnügt, und begab sich zu Schis, von Egxpten nach persien ssreisen. Er war ein kluger Rath und ein tapferer Feldherrr, auch aller egyptisihen Sa-chen gar sehr kundig, und von grossem Ansehen bey den in diesen Ländern befindlichen Grie-chen. Amasis merkte alsbald, wie theuer ihm der Verlust dieses Mannes zu stehen kom-men würde, und wie sehr derselbe im Stande sey, die Macht des Cambyfts, oder irgend ei-nes andern Fürsten, der ihn etwa mit Krieg zu überziehen gesonnen sey, zu unterstützen,daher sandte er eilig einen treuen Verschnittenen mit einem geschwinden Schiffe hinter ihmdrein, da er denn auch in Lxcien ergriffen wurde. Indessen wurde er nicht nachpren zurück gebracht; denn er machte seine Wache trunken, setzte seinen Weg nach P^sien fort, und meldete sich bey dem Cambysts, als er eben auf den Untergang EAprens

cunneÄlvo, k, I,I.Z.