Band 
Erster Theil.
Seite
559
JPEG-Download
 

Abschmt. Die Negierungerr der Könige m Egypten. M

dacht war, welchen er, wie Amasts besorget hatte, mit seinem Rath und Entdeckungensehr beförderte >).

§. 682.

Wir haben bereits bemerket, daß zwischen dem Amasts und polycrates, dem ZugezogeneTyrannen zu Gamos, eine besondere Eintracht gewesen; allein nachdem ein MiSverstand-^EM^-sniö unter ihnen entstanden, so vereinigte sich polycrates bey gefundener Gelegenheit mitdem Cambysts, wieder seinen vormaligen egyptischen Bundsgenoffen. Denn da Ama-sts beständig Nachricht erhielt von dem ununterbrochnen Glück der Unternemungen und Ver-herungen dieses Gamiers, besorgte er, es möchte ihn zuleht ein schweres Unglück be-fallen, das dem Rum seiner Siege gleich komme; "daher sandte er ihm diesen Briefmit den folgenden Erinnerungen : Amasts redet den polycrares also an. - - - - Denglücklichen Zustand meines Freundes und Bundesgenossen verneine ich mir de-sonderm Vergnügen. Dem ohnerachrer fürchte ich deine grosse Glückselig-keiten , weil mir die Unbeständigkeit des Glücks bekam ist. Für mein TheilWolke ich lieber, daß meine und meiner Freunde Sachen zuweilen glücklich,zuweilen unglücklich gingen, als daß ich ihnen einen unveränderten glückli-chen Fortgang wünschen ft>ke; darum gehorche nun meinem Rath, und thue,was ich dir vorstellen werde, deine Glückseligkeit zu vermindern. Erwägedemnach bey dir selbst, was du unter deinem Eigentum am werthesten hältst,und dessen Verlust dich am heftigsten betrüben würde: wenn du solches aus.fündig gemacht hast, so wirf es von dir, daß es nimmermehr jemanden wie-der vor die Augen kommen könne. Solte dein Glück hierauf mit keinemUnglück vermischt seyn, so verware dich wieder den Rummer, der dich betref-fen mochte, durch HViederholung des Mittels, das ich dir angezeiget habe.

Als nun Amasts hörte, daß er seinem Rath nachgekommen, und zu dem Ende ein sehrkostbares Petschaft ins Meer geworfen, selbiges aber wenige Tage hernach in dem Baucheines Fisches gefunden, und ihm wieder zugestellet worden: so gab er ihn als den unglücklich-sten Menschen auf; und weil er befürchtete, als ein Freund desselben an einem erschrecklichenUnglück, das ihm seiner Beisorge nach begegnen müsse, Theil zu nemen: so fertigte ereinen Herold nach Samos ab, das Bündnis und alle Verbindlichkeit zwischen ihm unddein polycrares aufzukündigen, damit er desselben Unglück nicht mit einem freundschaft-lichen Kummer betrauren dürfe«) *). Amasts lösete dadurch das Band dieser Ein-trachtigkeit auf, und ertheilte dem polycrates Freiheit wieder ihn zu handeln, wenn ihmdie Lust dazu ankommen solte; und dem zufolge bot derselbe dem Tambyses eine Schifs-flotte an, seinen Einbruch in Egypten zu befördern. Wir sehen demnach den Amasts

^ 1. 2 . r) I.^

. Diese Erzälung, die Diodorus hievenhinterlassen, ist so fabelhaft nicht, als des -Herodo-t»s seine, und scheinet besser mit der Beschaffenheitdes polvcrates überein zu kommen. Er erzälet"emljch, daß die Aufhebung der Freundschaft unddes Bündnisses zwischen Amasts und polycrarcsdaher entstanden: Der Amasts habe erfaren, daßpolycrates seine Bürger und Unterthanen sowol,ankommende Fremden auf üble Weise mishand-'e; darauf er ihn durch einen Abgesandten zu einem(bz) S- 1. 1 . So,

leutseligern Bezeigen ermanen lassen. Da er nundieser Vorstellung kein Gehör gegeben, sondern mit-seinem bisherigen Verhalten fortgefahren; so habeer ihm durch Briefe seine Freunschaft und Rechtder Gastfreiheit aufgekündiget, und bezeuget, daßer mit einem solche» Manne weiter nichts zu thunhaben wolle, von welchem er vorhersehe, daß ihmseiner tyrannischen Regierung wegen ein schwere«Unglück über dem Haupt schwebe (zz).