Band 
Erster Theil.
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5 Abschmt. Die Regierungen der Könige von Egyptm. z6r

auch bald eine sehr grosse. Denn nachdem Cambysts mit Hülfe und Beistand des Königsvon Arabien, und durch klugen Rath des phanes, die dürre und sandige Wüste zurückgeleget hatte, und in das Gesicht des egyptischen Lagers gekommen war: stelte er seineVölker, unverzüglich ihnen eine Schlacht zu liefern. Die Egypcer rüsteten sich auch zumAngrif; und in warender Zeit legten ihre carischen und ionischen Hülfevölker eine ent-setzliche Probe ab von ihrem Eifer vor den psammenirus, und von der Abscheuung ihresverräterischen Landsmans, des phanes. Denn sie füreten seine Söhne, die er zurück ge-lassen hatte, aus dem Lager, und schlachteten sie über einer Schale, ihr Blut aufzufangen,im Angesicht ihres Vatersundseiner neuen Freunde; in welche sie noch Wasser und Weingössen,von solchem grausamen und unnatürlichen Getränke trunken,und darauf den Angrif tha-ten. Das Gefecht war auf beiden Seiten sehr hartnäckig; endlich aber wichen die Ägy-pter und flohen in grosser Unordnung nach Memphis. Hier machten sie sich bald hernacheiner schrecklichen und unweisen Ungerechtigkeit schuldig, gegen einen Herold, den Camby-ses in einem Schis von Mytelene an sie schickte; denn so bald sie dasselbe in dem Hafenankommen sahen, liefen sie haufenweise an das Ufer, zerstörten das Schis, zerrissen denpersischen Herold samt allem Schifsvolk in Stücken, und brachten ihre zerfleischte Glie-der in einem unmenschlichen Triumph in die Stadt. Nicht lange daraufwurden sie von denPersern hart belagert, und endlich genöriget, sich zu ergeben. Und so fiel der Rum vonEgypren. Die Zeitung davon stürzte die Gemüter der Libyer, Cyrenäer und Bar-cäer in solch Schrecken, daß sie sich vor dem Cambyses demütigten und ibn um seinenSchutz anfleheten.

§. 684.

Den zehnten Tag nach der Eroberung von Memphis wurde psummenitus, nebst Gelangen-den Vornemsten von dem egyptischen Adel, schimpflich in die Vorstädte gedachten Orts ge-schaft dessel-schickt, ihre Rolle bey einem von den jämmerlichsten Trauerspielen, so man sich nur vorstel-len kan, zu spielen. Denn wie er daselbst an einen bequemen Ort gebracht war, sahe er sei-ne Tochter in der Kleidung einer leibeigenen Magd daher kommen mit einem Kruge, Was-ser aus dem Flus zu holen, und die Töchter der grösten Häuser in Egypren ihr nachfol-gen, welche alle in eben so elenden Kleidern und gleicher Verrichtung, mit Krägen in den Hän-den, einhergingen, und insgesamt mit den jämmerlichsten Wehklagen weinten und winselten.

Als die Väter ihre Kinder in solcher Bedrengnis erblickten, und daraus gewar wurden, in wasvor einen schmählichen Zustand sie verseht worden, brachen sie alle in Thränen aus, und kan-ten sich derselben insgesamt nicht enthalten ; bis auf den einigen psammenirus, der, ober gleich unter der Last seines Kummers beinahe versunken, dennoch die Augen niederschlug,und die Erde steif ansähe. Da diese vorbey waren, kam des Psämmenirus Sohn nebstzweitausend von den vornemsten egyptischen Knaben, welche Gebisse im Munde undHalfter um den Hals hatten, und zur Hinrichtung gingen, für die Ermordung des persi.sehen Herolds und der myrelenischen Schifleute zu büssen. Allein psämmenirus beob-achtete, als ein ganz füllosgewordener Mensch, da sie vorüber gingen, eben dasselbe Be-tragen, wie vorhin ; da indessen die Egyprer um ihn herum überlaut schrien mit dem hef-tigsten Wehklagen. Bald drauf wurde er einen vertrauten Freund und Genossen gewar, dervuiiinehro, nachdem er alt geworden, alles des Seinigen beraubt, in der Vorstadt aufund"bging, sein Brot zu betteln. Sobald er diesen Menschen ansichtig wurde, weinte er bil-dlich, rief ihm bey Namen, und schlug sich den Kopf als ein unsinniger Mensch. Es waren

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