Band 
Erster Theil.
Seite
562
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§62 III. Haupst. Geschichte Egyptens bis zu den Zeiten Alexanders des Grossen.

nun heimlich Kundschafter befielt, auf des psammenims Betragen acht zu geben, die sichdenn augenblicklich zudem Lambyses verfügten, und ihm umständliche Nachricht davon ga-ben ; da denn sogleich ein Bote von ihm an den gefangnen König kam, zu erfragen, wasdie Ursache davon gewesen. Welchen er zur Antwort gab: „Der Jammer seines eigenen„Hauses habe ihn ausser sich gesetzt, und sey zu gros gewesen, dnrch einige äussere Zeichen„des Schmerzes betrauret zu werden; aber die bedrängte Dürftigkeit eines Herzensfreundes„habe ihm mehr Raum zum Nachdenken gelassen, und daher Thränen von ihm erpresset.,,Durch diese Antwort richtete er soviel bey dem Lambyses aus, daß er hinschickte, dieVol-streckung des Todesurtheils an seinem Sohne zu unterlassen; allein sein Befel war zu spatertheilet, denn der junge Prinz war der erste, den man hingerichtet. Zu gleicher Zeit wardpsainmenittis selbst wieder in die Stadt geholet und in Freiheit gesetzt; ja hätte er nichteine Begierde zur Veränderung und Rache verraten, so möchte ihm vieleicht die Stathal-terschaft von Egypren seyn anvertrauet worden ; weil er aber rachgieriger Neigung war,so ward er ergriffen und verurtheilet Ochsenblut zu trinken"). So endigte er sein Leben nacheiner unglücklichen Regierung von sechs Monaten, und einer kurzen Gefangenschaft, und mitihm verging auch der alte Glanz und die Freiheit von Egppten.

§- 68 ;.

Verbrennung Die Egypter fületen nunmehro den schweren Druck der Eroberungen auf eine ganzAmask außerordentliche Weise. Sie sahen ihren vorigen König Amasis unmenschlich aus seinemschlagung' des Grabe nemen,grausamlich zerstümmeln, und endlich verbrennen. Sie sahen ihren Gott Apissottes Apis, erschlagen, und ihre Priester schimpflich geißeln ; welches alles einen so erschrecklichen Ein-rer^Eqvvter ^ in die Gemüter des ganzen Volks machte, daß sie nachgehends einen ganz gpgemei-^ neu Abscheu gegen die Perser hegten, und unter ihrer Herschaft niemals ruhig blieben.

Also waren die Essypter in den niedrigsten Stand der Unterwürfigkeit gebrächt ;ihr königliches Geschlecht wurde vertilget; ihr Gottesdienst wurde auf das schimpflichstegemiöhandelt, sie selbst aber verfolget und verachtet, weil sie sich dazu bekennten.

Ein Volk, das zu einer so feierlichen Beobachtung der Einsetzungen ihrer Vorfa-ren von Jugend auf angefüret war, muste sich notwendig unter solchen Beherschern, diemit ihren Gesetzen ein Gespötts trieben, höchst unglücklich schätzen; daher gingen sie bestän-dig zu Rate, wie sie das unerträgliche Joch ihrer persischen Unterdrücker abschüttelnmöchten.

Endlich brachen sie in eine öffentliche Empörung aus unter des Darms HystaspeSRegierung, und blieben in diesem Zustande des AufrurS das erste Jahr der Regierungxes hindurch ^); allein in dem zweiten Jahre eben desselben Fürsten-) wurden sie in nochweit härtere Botmäßigkeit gebracht, wie in solchen Fallen gemeiniglich zu geschehen pflegtund bekamen einen gewissen Achamenes, einen Bruder des Terpes, zum Stachalter.

§. 686 .

I, n. s frM Allein, je mehr Härte sie ausstehen muffen, desto mehr wurden sie erbittert. 3"r> C G 4So .hgm fünften Jabr des Arcaxerxes Lonrzimanus empöreten sie sich von neuen, und waletettZweiter auf- den König in Libyen, Inarus, ihren Thron zu besetzen, lind riefen die Athemenser ztlstand nnterHlllss, welche diese Gelegenheit, die Perser aus Eezypren zu vertreiben, mit Freuden er-griffen >). Die Eczyprer hatten ihren Anschlag beinahe nach Wunsch ausgefüret: deBdie Athemenser griffen die persische Seeflotte an, eroberten und verderbecen davon siufi"

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