/ Abschm't. Die Negiermrgen der Könige in Egypten. L6z
zkg Segel; sodann füren sie den Nil hinan, landeten unter des Charicimis Anfürung,und stiessen zu den Egyprern und Libyern unter dem Inarus. Sie griffen den per-sischen Feldherrn Achämenides mit gesamter Hand an, ohnerachtet sein Heer zoOoooMan stark war; wovon 100000 nebst dem Heerfürer selbst auf dem Platze blieben. Dieübrigen ergriffen die Flucht, und kereten nach Memphis zurück; da sie aber von den Egy-ptern verfolgt wurden, namen sie ihre Zuflucht zu einem sehr wichtigen und unter allen ambesten befestigten Theil der Stadt, die weifst Mauer genant. Die Egyprer hatten dasübrige inne, und hielten die Perser drey Jahr lang in der weissen Mauer eingeschlossen.
Die Egyprer hosten nun zwar, durch diesen glücklichen Erfolg eine völlige Befrei-ung vor sich und ihre Nachkommen erhalten zu haben ; allein ihre Glückseligkeit war vonkeiner langen Dauer. Nach Verlaufdreier Jahre wurden sie von dem persischen Kriegs-herr, unter der Anfürung des Artabazus, Stathalters von Cilicien , und des Megaby-zus, Stathalters von Syrien, genötiget, die Belagerung der weissen Mauer aufzuhe-ben °). Mitlerweile da Jsnarus von den fürchterlichen Zurüstungen, so diese persischeStathalter zur Entsetzung der Belagerten machten, Nachricht bekommen, hatte er den An-grif der weissen Mauer verdoppelt, und sich die äusserste Mühe gegeben, sie zu ersteigen;allein, die darin befindlichen Perser wereten sich mit solcher Herzhastigkeit, daß die Egy-prer keinen erheblichen Fortgang verspüreten, der Eroberung des Platzes näher zu kom-men
In dem dritten Jahre dieser Belagerung, und dem neunten des Arraxerxes, wardInsrus mit seinen Hülfsvölkern nicht nur genötiget die Belagerung der weisscnMaueraufzuheben, sondern auch mit einer schrecklichen Niederlage geschlagen, die sonderlich die E-gyprer betraf. In diesem Treffen ward Inarus voll dem Megabyzus verwundet;dem ohnerachtet aber zog er sich mit seinen athemensiscsicn Bundsgenossen und den Egy-ptem, die es mit ihm hielten, in die Stadt Biblus, aufder Insel Prosöpicis, zurück: undda dieselbe auf beiden Seiten von schifbaren Armen des Nils umgeben war, so legte sichdie atheniensische Flotte meinen von denselben. Hier stunden sie nun eine Belagerung vo«anderthalb Jahren aus. Allein der grosse Haufe der Egyprer unterwarf sich dem Erobe-rer, und erkanten den Arraxerxes vor ihren Oberherrn ; bis auf den einigen Amyrräus,der sich mit einem Theil derselben in die morastigen Gegenden zog, woselbst er viele Jahrelang regierete, von den Persern auch im geringsten nicht beunruhiget wurde, als welche nichtim Stande waren ihm beizukommen, der Unzuganglichkeit des Orts wegen.
§. 687.
Unterdessen waren Inarus und seine Hülfsvölker auf der Insel Prosopitis be- Ucberwa'lcl-schaftigt, sich wieder die Perser zu vertheidigen, welche sie mit grosser Heftigkeit angriffen: §""2 desIna^da sie aber merkten, daß die blosse Macht, allem Ansehen nach, dir Bezwingung der Bela-EE^.inre'-gerten nicht bewerkstelligen werde; schritten sie zur Kunst und Kriegslist ; denn sie gruben die Perser,den Arm des Nils ab, auf welchem sich die arheniensisiche Flotte befand, machten da-durch die Schiffe auf einmal unbrauchbar, und verschaften sich einen Durchgang, daß ihrganzes Kriegsherr nach der Insel übergehen können. Als Inarus solches sahe, ergab ersich dem Megabyzus, samt allen Egyprern und fünfzig Man von seinen arbeite,,sischenHülfsvölkern, unter der Bedingung der Sicherheit des Lebens ; die übrigen Athenienseraber, sechs tausend Man stark, steckten ihre Schiffe in Brand, und entschlossen sich,mit dem De-
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