Band 
Erster Theil.
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570
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570 m Hauptst. Geschichte EgypLens bis zu den Zeiten Alexanders des Grossen.

§. 696.

HALie morgenländische Geschichte von Egypren gehet von derjenigen, die durch diee.mgang. Griechen auf uns gekommen ist, so weit ab, daß es unverantwortlich seyn würde

sie ganz mit Stilschweigen zu übergehen ; mit demjenigen sie aber zu vermischen,was wir kurz vorher aus den abendländischen Geschichtschreibern unserm Werk einverleibethaben, würde nur dazu gedienet haben, daß die Verwirrung, die, wie wir gesehen, schon un-auflöslich genug ist, noch grösser werden müssen. Wir sind daher willens, alhier besondersdie egyptische Geschichte abzuhandeln, wie sie uns von den morgenländischen Schriftstel-lern vorgestellet wird. Doch verlangen wir nicht vor dasjenige die Gewar zu leisten, waswir von denselben abschreiben, oder uns zur Verantwortung der Schwierigkeiten anheischigzu machen, die bey dem ersten Anblick aus den Erzalungen erwachsen werden, die wir mit-zutheilen im Begrif sind. Die arabische und persische Schriftsteller geben vor, den Stofihrer Schriften aus den Zeitbüchern der alten Copten genommen zu haben: sie haben dahereinen gegründeten Anspruch auf unsre Aufmerksamkeit, wenn nur dasjenige, was sie erzalen,an sich selbst glaublich ist; doch auch wiedrigenfals sind wir gewis, daß es nicht fabelhafterwerde seyn können, als manche Erdichtungen, die wir bereits vom Manerho und den Grie-chen vernommen haben. Es last sich daher kein Grund angeben, warum wir diese jenenvorziehen, oder die Kentnis der morgenländischen Fabeln zu eben der Zeit Thorheit nennensotten, da wir die angestelten Untersuchungen geschickter Leute über die unverständlichen Ge-schichte der Griechen, des prächtigen Namens der Gelersamkeit würdigen --).

§. 697.

Algemeine Man mus gestehen, daß weit mehr ursprüngliche Geschlchtbücher dieses Landes inNachricht von den mspgenländischen Sprachen, selbst in Europa, zu finden sind, als bisher noch im grie-schichte. chischen anzutreffen gewesen. Nicht weniger mus zugegeben werden, daß die erstem or-dentlicher und reicher sind: und wenn sie gleich in vielen Stücken eben so fabelhaft seyn sol-len, so hat doch die Erfarung bewiesen, daß sie eben soviel, oder wol gar mehr, wahres ent-halten. Die Beschaffenheit dieses Werks wil nicht verstatten, zur Bestätigung der Richtig-keit dieses unsers Ausspruchs, die Erdbeschreibung, die natürliche Geschichte und die Alter-tümer von Egypten aufs neue alhier zu erörtern: wir wollen uns daher mit einer Anmer-kung über diese Sache begnügen, und uns sogleich zu dem eigentlichen Inhalt dieses Ab-schnits wenden, das ist, zu der Geschichte der egyprischen Könige, nach der Ordnung, inwelcher die berümteste der morgenländischen Schriftsteller dieselbe berichtet haben (^).

§. 698.

Siede den garircnzten und qten Ablehnst dieses Hauptkücks, und vergleiche dieselben mit dem, was folgt'

(A) Es geschiehet gewis ohne sonderliches Recht,daß einige überkluge Schriftsteller unter den neuernmir solcher Bitterkeit gegen die morgenländischenVerfasser überhaupt losziehen, als ob dieselben alleohne Geschick und Ordnung geschrieben, und sichan sonst nichts, als Abenteuern und Fabeln belusti-get. Was wir oben behauptet haben, ist eine Sa-che von so unwiedersprechlicher Wachest, daß sich ei-nige Blatter auf Errheilung eines Verzeichnisses al-ler morgenländischen Schriftsteller verwenden liessen,die nur uns allein bekam worden : doch da wir aufkeine Weise gesonnen stnd, unsere Leser mit unnützenAnfürungen von Büchern zu verwirren; so wollen

wir uns begnügen nur einige wenige zu bemerken,damit dieselben versichert seyn können, daß sie niOhintergangen werden, sondern sich die Sache wirklichso verhalte, wie wir sie vorgestellet haben Der be-rümte Rhonvemir schrieb in der persischen Spra-che eine algemeine Geschichte, unter der Aufschrift ei-ner Samiung der aufrichtigsten und ächtesten Nach-richten von den merkwürdigsten Begebenheiten, au»den besten alten Geschichtschreibern ausgezogen-Dieser Znbegrif der Geschickte war in zwölf Themabgetheilt. Der erste, so eine Art von Einleitung wak,enthielt die LosmogonieMr den Ursprung der Me t-Der zweite, die Geschichte der Propheten. Der drst-