Band 
Erster Theil.
Seite
571
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6. Abschn. Könige von Egypten nach ver morgenl. Geschichtschreiber Bericht. z?l

§. 698.

Zuförderst müssen wir melden, daß diese Schriftsteller die alten egyptischen Mo- Erste ordnungnarchsn in drey Gattungen eintheilen. Die Könige der ersten Ordnung sollen in diesem Lan- dieser könige.de vor Erschaffung Adams regieret haben, und unter diese sehen sie den Gran BenGian,dem sie die Spihseulen zuschreiben §). Wir wollen uns zwar bey dieser Meinung nicht aus-halten, weil sie ganz gewiö ohne allen Grund ist; wenn wir sie nemlich auf der Seite be-trachten, da wir sie alhier ansehen müssen, das ist, als eine historische Begebenheit; indes-sen ist an und vor sich selbst dieser Einfal nicht lächerlicher, als des Descarres Meinungvom Ursprung dieser Welt, welche von jener nicht eben sehr verschieden ist. Denn wenndie Erde vorzeiten eine Masse von ganz verschiedner Beschaffenheit gewesen, als sie seht ist,und nachher in ein Chaos verwandelt worden, aus welchem diese Welt, wie sie jetzt ist, ent-standen <): so tönte, unserm Ermessen nach, dieses Gebäude von Materie noch wol von ei-nem Geschlecht solcher Geschöpfe bewont gewesen seyn, als die Araber Gin, die PerserGmntan, und die Türken Ginber nennen ; das ist soviel gesagt, diese Geschichte sind un-serm Bedünken nach von gleicher Unglaublichkeit und gleichem Witz.

§. -699.

Die zweite Ordnung der egyprischen Könige sol, wie sie sagen, vor der Sündflut Könige vorregieret haben. Die Nachricht, die man von dem Volke dieses Landes in diesen frühen Zei-^ sündflut.ten giebt, verhalt sich also: Rraus, der im fünften Gliede vom Adam sieht, wird mit derAuffürung derjenigen, die das Land seiner Geburt bewonten, misvergnügt; samlete daher ei-ne Geselschaft von acht und siebenzig Leuten, und zog nach Egypten, reinigte bis Land vonseinen Gehölzen: und da er es eben, angenem und fruchtbar fand, bauete er daselbst die StadtMesr, die er von dem Namen seines Vaters so benante, und zur Hauptstadt seines neuer»

Königreichs machte. Die Schriftsteller sind nicht eins, ob er von Cain, oder von einem an-dern Sohn Adams abstamme; doch ist der gröste Theil von ihnen geneigt, ihn für einen

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te, eine nach der Zeitrechnung eingerichtete Geschichteder Gelersamkeit und der Gelerten Der vierte, eineNachricht von den alten Monarchen in Poesien, undvon ihren Königreicken vor dem Mohammed; un-ter welchen wir eine Nachricht von Egypren antref-fen. Dieser Verfasser beschlos sein Werk im Jahr1471; und wir bitten um Erlaubnis, davon zu sagen,daß es um diese Zeit wenig Schriftsteller in Europagegeben,die geschickter hätten schreiben können Wasdie besondern Geschichtbücher von Egypten betrist:so wollen wir nur zweier gedenken. Wovon das erstedie Geschichte des Landes, das zweite aber die Mo-narchen in demselben enthält. Das erstere ist dasWerk des Ahmet Ll Macrist. Er theilt sein Buchin sieben Theile: ch Handelt er von dem Lande Egy-pten, und desselben Einkünften, r.) Von seinenEinw'onern. Z) Von dem alten Babylon in Egy-pten. 4) Von der Stadt Lair, wie dieselbe zur Zeitdes Verfassers beschaffen gewesen. Von den Re-Sierungsveränderungen, die sich in Lair zugetragen6) Von dem Schlc s zu Lair, und den Fürsten, dieM demselben ihren Sitz gehabt. 4) Von den Ur-

sachen, die den Versal von Egypten veranlasset.Er schrieb ausserdem noch eine volstandige Geschichtevon allem, was sich in diesem Lande zugetragen, vonder Zeit an, da dasselbe unter die Botmäßigkeit derLaliphen geraten, bis auf das Jahr seines Todes,das ist nach der -Hesire 845, nach Christi Geburt1441. Der zweite Geschichtschreiber ist JousoufBen Tagri wirdi, der den prächtigen Zunamendes Monazakh Mesr, das ist, des Geschichtschrei»bers von Egypten, erhalten, durch ein Werk, so er invier Bänden ausgefertiget, und welches die ganzeGeschichte dieses Landes bis auf das Jahr 1449 ent-hält. Er verfertigte auch aus diesem Werke einenAuszug, in der Deisorge, wie er es in der Aufschriftausdruckt, daß es sonst von einem andern möchteverstümmelt werden. Die grössere Geschickte war»auf Befel des Kaisers Selim in das türkische über-seht. Welches hinlänglich anzeiget, baß eS«in denMorgenländern weder an Geschichtschreibern, nochBeförderern der Wissenschaften, noch Kunst-achternfele, wie barbarisch wir uns auch vieleicht dieselbe»vorstellen mögen (i).

(.'h Siehe biblisch, ari-nr. »rnc. dllr. dtzcriri, lsutonf 8en 1-Lri.