Z74- in» Hauptst. Geschichte Egyptenö bis zu den Zeiten Alexandersdes Grossen.
den, daß Saurid dreihundert Jahr vor der Sündflut regiert, und Egypten hundert undsieben Jahr beherscht habe. Als er sich der Zeit seiner Auflösung nahe zu seyn befand, lieser seinen Sohn vor sich kommen ; und nachdem er demselben eine lange Rede gehalten, vonden Pflichten eines Königs, und von der Achtung, die er ihm als seinem Vater und Ober-herrn schuldig sey; so verordnete er hierauf, daß sein Leichnam in seine Pyramide gebracht,und das Zimmer, wohin er gebracht werde, mit Campher und Sandelholz ausgelegt werdensolle; ingleichen, daß sein Leib mit Specereim einbalsamiret, und seine reiche Rüstung, nebstallen Kostbarkeiten, deren er sich vor seine Person bedienet, in eben diesem Zimmer bey ihmgelassen werden solle. Welche Verordnungen alle aufs genaueste erfüllet worden H.
Sein Sohn und Nachfolger im Reiche, Hargib, den einige Schriftsteller Hugib nen-nen und vor seilten Bruder ausgeben, regierete den Anweisungen gemäs, die ihm der ver-storbne König Saurid gegeben hatte; indem er nicht weniger darauf bedacht war, sich derHerzen seiner Unterthanen durch eine gelinde und gütige Regierung zu versichern, als ihreGlückseligkeit durch eine weise und gerechte Regierung zu befestigen. Man sagt von ihm,er habe die erste von den Spitzseulen zu Dehasoura erbauet, und ei»en unsäglichen Reich-tum, nebst einer ungemeinen Menge von Edelgesteinen, nach dem Beispiel seines VaterSSaurid, in dieselbe bringen und daselbst vergraben lassen. Seine liebste Wissenschaftwar die Chymie; und es wird erzält, er habe die Kunst besessen, das Gold zu vervielfälti-gen, wodurch er seine Schatzkammer angefült, nachdem er sein Königreich mit vielen präch-tigen Gebäuden ausgezieret. Er beherschte Egypten 99 Jahr, und ward nach seinemTode in den Pyramiden begraben.
Sein Nachfolger im Reiche war sein Sohn Menaos, oder, wie ihn andre nennen,Mankaus, ein Fürst, der sich sehr weit von den Beispielen seines Vaters und GrosvaterSentfernte; indem er über alle Massen stolz, unerträglich, übermütig und bis zur Wut grau-sam gewesen. Er raubte viele Weiber vom Stande, erschlug viele seiner verdientesten Un-terthanen, und verschwendete in den schändlichsten Schwelgereien einen grossen Theil desSchatzes, den seine Vorfaren gesamlet und zum öffentlichen Gebrauch beigelegt hatten.Endlich erreichte er einen so hohen Grad der Thorheit und Ausschweifung, daß er Palläste 'von Gold und Silber erbauete, und in dieselben aus demLJil Canäle leitete, deren Bodenmit Edelgesteinen bedeckt waren, die durch das Wasser den Zuschauern in die Augen schim-merten. Dis alles hinauszufüren, verfiel er auf alle Künste der Tyranney und Unterdrü-ckung ; wodurch er bey seinen Unterthanen äusserst verhaft wurde, die sich herzlich freueten,als das Pferd des Königes einmal scheu wurde, den König abwarf, und ihm den Halsbrach. Indessen änderten sie die Reichöfolge nicht, sondern erhoben seinen Sohn auf denThron. Dieser hieö
Ecros. Wir haben wenige oder gar keine Nachricht von ihm ; nur machen es dieMaasregeln, welche seine Unterthanen zu ihrer eignen Sicherheit namen, warscheinlich, daßer ein eben so grosser Tyran als sein Vater gewesen: denn bey dem Tode, oder der Absetzungdesselben, sck>aften sie die Erbkönige ab, und wäleten eine Person, die vom königlichen Haust«ar, der sie die Krone ertheilten.
Ermelinous, den einige Malinus nennen, nachdem er auf diese Art die königliche
Würde
k K». vd'i li,p» mirrdil. pvrrm!^.