6-Abschn. Könige von Egypten nach her morgen!. Geschichtschreiber Bericht. Z7z
Würde erlanget, regierte mit Sanftmut und Gerechtigkeit. Als er starb, huldigten dieEgyprer dem
Liraoun, einem Vetter des letzten Königes, und dem letzten Monarchen in Egypten,der vor der Sündstut regiert. Er war ein sehr tyrannischer Fürst, und sahe seine Unter-thanen nicht anders als leibeigne Knechte an, die bestimt seyn, zu thun was ihm nur zubefelen einfallen möge. Gottesdienst und Gerechtigkeit wurden unter seiner argen undwollüstigen Regierung gänzlich vergessen; und als er Nachricht bekam, daß LTkoah Busseund Lebensbesserung gepredigt, und die Wiederspenstigen mit einer Verderbung durch Was-ser bedrohet habe, schrieb er an den König Darmasel/in dessen Gebiet der Prophet wonte,den LTkoah zu todten, und den Kasten, in dessen Erbauung derselbe begriffen war, zu ver-brennen. Doch der Hohepriester in Egypten, der die heiligen Bücher gelesen und sorg-fältig erwogen, war in seinem Gemüt überzeuget, daß des LTloah Drohungen gewis wür-den erfüllet werden: daher brachte er es dahin, daß er selbst abgesandt wurde, solchen demDarmasel gegebenen Rath zu unterstützen; wodurch er Gelegenheit bekam, sich mit demLTloah zu verbinden, und seine Tochter in das Haus desselben zu verheiraten; wie weiterunten sol gezeigt werden. Als di» Sündstut kam, war Egypten mit Ueppigkeit ganz be-deckt, und der König so unmäßig trunken, daß er seine Gefar nicht völlig einsähe, bis aufden Augenblick, da er von den Fluten weggeschwemt und ersauft wurde. Di/ Beschrei-bung, so diese Schriftsteller von der Sündstut geben, ist sehr fürchterlich; und sie bebau-pten, daß die Gewässer eilf Monate über der Erden gestanden, und daß solches zweitau- '
send, einhundert und sechs und fünfzig Jahr nach der Schöpfung vorgefallen ^).
§. 701.
Als Noah, und die mit ihm waren, aus dem Kasten kamen, ersuchte ihn der Ho- Könige nachhepriester von Egypten, ihren beiderseitigen Enkel, den Bansar oder Beisar, mit ihm nach der sündstut.Egypten zusenden; indem er ihm Wunder von derAnnemlichkeit, Fruchtbarkeit und denReichtümern dieses Landes vorsagte: welches den LTloat) gar bald bewog, sein Verlangenzu bewilligen. Nach ihrer Ankunft in das Land seiner Geburt, erklärte ihnen der egypti-sthe Priester die Natur des LTsilstroms, die Notwendigkeit Canäle zu graben, die beson-dere Art das Land zu bauen und zu verbessern, die Mittel zu Eröfnung der Pyramiden undandrer beiligen Gebäude, und die Art, den wahren Verstand der Aufschriften zu errei-chen, und der Wissenschaften habhaft zu werden, welche die vormaligen Leute vor der Sünd-flut besessen. Bansar lies sich nach der Anweisung dieses Priesters in diesem Lande nie-der, welches er treflich verbesserte, oder vielmehr erneuerte, und erbauete zu seinem Sitzund zur Hauptstadt seiner Länder eine weitläufige und schöne Stadt, die nachher Lsslern--pbis genant worden, damals aber noch keinen andern Namen hatte, als Masar oder^s)est, welches die grosse Stadt bedeutet; und als ihm indessen, da er mit diesem Bauebeschäftigt war, ein Sohn geboren ward, nante er denselben Masär oder Niest. Erfolgte ihm im Reiche, und ward der grosse Wiederherstellet' von Egypten.
Einige morgenlandische Schriftsteller gehen in der Erzalung dieser Sache von den«ädern ab: indem sie die Anbauung Egyptens gänzlich dem Masirr zuschreiben, welchemdasselbe, ihrem Vorgeben nach, von seinem herschaftlichen Stamvater, dem L^oah, feier-lich
t) mirsbU. pxrLwiü.