6 Abschn. Könige von Egypten nach der morgenl. Geschichtschreiber Bericht. Z77
Sarah, dahin kam, deren Schönheit, ob sie gleich bereits über die Blüte der Jugend hin.weg war, noch jederman, der sie sahe, einnam. Bey ihrer Ankunft in Mesr, der Haupt,stadt des Königreichs, ward dem Trilrs sogleich Bericht erstattet, daß ein Fremder ange-kommen sey, der die schönste Weibsperson bey sich habe, die je sey gesehen worden. So-gleich lies der König den Ibrahim fordern, und fragte ihn, in was vor einer Verbindungdieses Weibsbild mit ihm stehe? worauf der Prophet zur Antwort gab, sie sey seine Schws.ster. Tttlis verordnete hierauf, sie zu ihm zu füren; welches auch dem Befel gemäs geschahe.Als er aber die Hand ausstreckte, in der Absicht sie zu berüren, befand er dieselbe plötzlichvertrocknet und gelamt. Weil er nun daher besorgte hintergangen zu seyn, so bat er die Sa-rah, vor ihn zu beten, daß seine Hand wieder gesund werden möchte; sie that es, und derKönig zog seine Hand gesund und frisch wieder zurück. Tulis befragte sie hierauf, wie na-he sie dem Ibrahim angehöre? Ich bin sein Weib, antwortete sie. Und warum,erwiederte der König, hat er mich denn betrogen, und gesagt, daß du seine Schwe-ster seyst? Er hac dich nicht betrogen, o Röntg! versetzte sie, denn in so fern ichMir ihm eines Glaubens bin, bin ich feine Schwester in GDtr, und die Schwe.ster eines jeden, der die Einigkeit der Gorheir glaubt. Diese Antwort gefiel demKönige so wohl, daß er den Ibrahim fordern und sich in der Religion desselben unterrichtenlies. Man erzält uns ferner, eö habe dieser König von Egypten, eine einige Tochter ge-habt, eine Prinzeßkn von grossen Eigenschaften, auch gütigem und angenemen Wesen; diesel«be habe an der Geselsckaft der Sarah ein außerordentlich Vergnügen gefunden, und wür-ihr viele und grosse Geschenke gemacht haben, wenn diese dieselben nicht auf Befel ihresMannes ausdrücklich von sich abgelent hätte. Die Prinzeßin nötigte sie, dem ohnerachtet,eine Sclavin von ihr anzunemen, deren Namen Hagar geheißen, und die nachher dieMutter Isinaels geworden. Nach dem Abzüge Ibrahims und seines Weibes aus E-Ippten, ward Tlklis ein ganz unerträglicher Tyran, so daß seine eigne Tochter, als sie sahe,wie ihn das Volk aufs äusserste haste, und zu besorgen sey, daß sie die Reichsfolge ändernmöchten, ihm Gift beibrachte, als er siebzig Jahr regieret hatte. Eben dieselbe folgte ihm,Nach einem kurzen Zwischenreiche, in der Regierung nach.
Der Name dieser Prinzeßin war Iuriak, obgleich einige Schriftsteller sie Eharobanennen. Sie regierte mit vieler Geschicklichkcit: indem sie zwar vorgab, sich als eine Mut-ter aller ihrer Unterthanen zu betragen, in der That aber der Macht des Kriegesheerö durchdas Ansehen der Priesterschaft ein Gleichgewicht verschaste, und die Ruhe ihrer Regierungdurch geschickte Unterhaltung der Parteien befestigte. Unter ihrer, oder ihrer Tochter, Re,gierung fielen, nach einiger Geschichtschreiber Vorgeben, die Amalekircr in Egypten ein,und hielten dasselbe eine geraume Zeit unter ihrer Botmäßigkeit. Wir haben aber eine sehrunvolsiändige Nachricht von den Monarchen aus dieser Dynastie, unter welche dieselbe dochNachfolgende Fürsten rechnet
Rigan. Er sol, dem Bericht nach, allen seinen Vorfaren, das ist, allen amaleki-tischen Königen in Egypten, unänlich gewesen seyn. Denn wie diese dem GottesdienstNach Abgötter gewesen, und in der Regierung Tyrannen: so war dieser Rigan im Gegen-teil ein Verehrer des wahren GOttes, und ein sehr gerechter und guter Fürst. Man ver-sichert, daß zu seiner Zeit Joseph nach Egypten gekommen sey, und warscheinlicher WeiseA.w. H. i Theil. DdH d bekam
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