Band 
Erster Theil.
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Z78 M Hauptst. Geschichte Egyptens bis zu den Zeiten Alexanders des Grossen.

bekam er eben von demselben dieselben Anweisungen, die so kräftig auf ihn wirkten, daß sieihn vermochten, sich auf eine von seinen Vorfaren gänzlich verschiedene Weise zu verhalten.Wir haben von der Reichsverwaltung dieses Erzvaters viele lange und fabelhafte Geschich-te ; weil dieselben aber unser Werk nur übermäßig vergrößern würden, und an sich selbst nichtdie geringste Glaubwürdigkeit haben: so dünkt es uns ratsamer, sie zu übergehen, und unSgleich zu dem Nachfolger dieses Monarchen zu wenden.

Derselbe war sein Sohn Darem, ein Fürst, der seinem Vater durchaus unänlich war.Er war, was den Gottesdienst betrifk, ruchlos, ein Mensch, der eine Ehre darin setzte, diegötliche Vorsicht zu verachten und zu verspotten; daher es kein Wunder gewesen, daß er inseiner Regierung einen Tyrannen und Unterdrücker abgegeben. Doch er genoö, oder mis-brauchte vielmehr, die königliche Würde nicht lange; sondern ward durch ein gerechtes götli-ches Gerichte in dem t^il ersäuft. Ihm folgte, nach dem Bericht einiger Geschicht-schreiber,

Carhim, ein Amalekiter, ein Fürst, der die Pracht liebte, und sich durch vielerlei»trefliche Gebäude berümt machte, mit welchen er dis Land auszierte. Andre füren an, daßdieser Rigan keinen Sohn, sondern einen Enkel hinterlassen habe, dessen Name

Rabuswar, der ihm im Reich folgte, und zu den Zeiten Mosis regierete. Doch istsolches ungereimt oder vielmehr unmöglich; daher wir, mit Verwerfung dieser Meinung, eslieber mit demjenigen aufnemen wollen, was andere morgenländische Schriftsteller von ebendieser Sache gemeldet haben, ob es sich gleich weder in Absicht der Zeugnisse, noch innererGlaubwürdigkeit, nicht sonderlich anpreiset. Weil es indessen nicht vielen Raum einnemenwird, so läst sichs bequem hier einschalten, so zweifelhaft es auch immersiyn mag ").

§. 7OZ.

Deschlus der- Valid, oder besser walid, der Bruder des Rabus, ist, nach dem Bericht der meistenarabischen Schriftsteller, eben der König in Egxpten, mit dem Moses zu thun gehabt/und der im roten Meere umgekommen. Er war, nach ihrem Vorgeben, ein Araber, undzwar aus dem StamAd; obgleich andre behaupten, aus dem Stam Amlak, dasist,einA-malekircr. Hier ist nötig zu bemerken, daß obgleich walid in der That ein eigentümli-cher Name ist, er doch gleichwol auch von den morgenländischen Schriftstellern gebrauchtwird, soviel als einen gewissen zu bedeuten. Daher sie, so oft sie auf die Thaten einesFürsten kommen, ohne seinen Namen dabey zu finden, sogleich an dessen Stelle den Na-men walid setzen. Wir müssen uns daher nicht wundern, wenn wir finden, daß einigeSchriftsteller diesem Fürsten einen andern Namen gegeben haben; weil solches in der Ge-schichte'keine Aenderung macht, noch auch die Glaubwürdigkeit der einen oder andern Erz^lung schwächen kan. Dieser Fürst wird als ein sehr grausamer Tyran vorgestelt, zugleichaber als ein Man von grosser Geschicklichkeit und vieler Verschlagenheit. Was die Istas-liten betrist, so behauptete er, sie seyn alle seineSclaven. Welchen Anspruch er daraufgrü»'dete. Joseph, sagte er, der sie hieher gebracht, war selbst ein Sclave und mit egyptisAeMGelde erkauft. Er brachte sein Geschlecht hieher, welches daher nichts besser seyn konte, alser selbst; folglich seyn sie mit allen ihren Nachkommen Sclaven. Aufdiesen Anspruch wei-gerte er sich, sie in Freiheit zu setzen, als Moses deshalb Anforderung that. Wenn er si*aber hart hielte, so hielte er seine eigne Unterthanen nicht besser: sondern nachdem er dieselbe»