6 Absch. Könige von Egypten nach der morgens. Geschichtschreiber Bericht. Z/Ls
durch übermäßige Auflagen arm gemacht, und durch viele thörichteUnternemungen zugrun-de gerichtet hatte, so wolte er zuletzt eine götliche Verehrung von ihnen erzwingen; und ober gleich unleugbar einer von den schlimsten Menschen war, gleichwol durchaus vor einen Gottgehalten seyn. Dieser Ursachen halber, wenn wir diesen Schriftstellern Glauben beimessendürfen, gefiel es dem Almächtigen, ein solches Beispiel der Strafe an ihm auszuüben, als erdurch Ersäufung desselben im roten Meer verhengte. Wovon die Billigkeit, nach ihren Be,griffen davon, in einer Anmerkung völliger erörtert werden sol')(^).
Dülnka, die Tochter des walid, folgte ihm im Reiche. Sie worein Frauenzimmervon grosser Weisheit, und hat, wie man sagt, die Stadt Messer mit Mauren von erstau-nendem Umfange, und ganz bewundernswürdiger Dicke, umgeben. Einige Geschichtschrei-ber behaupten, sie sey keine Tochter des letzten Königs, sondern eine weitläufige Anverwan tingewesen, und habe bey ihrem Absterben die Krone einem coptischen Fürsten von dem altenkönigl. Geblütvermacht durch ihren letzten Willen. Der Name desselben war -) (^) (d).
Darkun,
ssö-u-t-M»', 7/r-ÄK »/p) dtirrdil.
(B'> Die morgenländische Schriftsteller stimm«»durchgängig jn einer Begebenheit überein, die sie urMbey dem Untergänge des Pharaob melden. Wie siedieselbe erzälen, nimt sie gar vielen Raum ein; da wiraber daran keinen UeberfluS haben, so wollen wir siew so wenig Worten, als uns möglich seyn wird, vor-tragen. Als Pharaos) sich auf dem Gipfel seiner^erlichkeit befand, erschien der Engel Gabriel vor»hm, in der Gestalt eines Schäfers, und brachte nachabgelegter Ehrenbezeugung eine Klage bey ihm an,er einen Knecht habe, den er mit beständigenGunstbezeugungen überhäuft, die er umständlich be-schrieb; daß dieser Knecht aber, dem ohnerachtet, ihnverlassen, ja sogar so undankbar gewesen, daß er sich be-mühet ihm Sckaden zuzufügen. Als Pharaoh feineKlage vernommen hatte, sprach er: suche nur seinerhabhaft zu werden, so wil ich ihn in das rote Meer wer-ken lassen. Grosser König! ver>ebte Gabriel, wiltdu mir dis schriftlich geben ? Ich wil, antwortete Pba-raoh Hierauf schrieb der Engel einen solchen Befel,und pharaoh unterschrieb ihn. Als nachher pha-raoh bey dem Durchgang durch das rote Meer sich inGefar sahe zu ersaufen, rief er zu dem Almächtigenund bat um Gnadeund Vergebung. Sogleich erschienGabriel, und zeigte ihm seine eigenhändige Schrift-Du bist der aufrürische Sclave, sagte er, und so wirddein eignes Urtheil an dir selbst volzogen- MancheUnsrer Leser möchte es befremden, wenn wir anzeigenWollen, daß dis keine Fabel, sondern vielmehr einGleicknis oder Allegorie sey; welches indessen doch ei-be Meinung ist, die durch Gründe und Zeugnisse garWol zu bestätigen stehet (r).
, (C) Die morgenländische Geschichtschreiber sindfinhellig in Absicht auf den Einfal der Amalekfter^Egypren, und die Eroberung dieses Landes durchEbendieselben; sie sind aber äusserst mishelliginAb-bcht auf die Zeit dieser geschehenen Eroberung. Eini-
ge melden, sie sey so zeitigjvorgegangsn, daß sie in dieTage Loptarrim, des dritten egyprischen Königesnach der Sündflut, gefallen; wobey sie uns eine um-ständliche Beschreibung, ihres Einfals sowol als ih-rer Austreibung, ertheilen Hndre hingegen sitzendiese Veränderung so spät, bis in die Zeiten Abra-hams, oder vielmehr noch tiefer herunter; und nachihrem Berichte war Joseph der Lvasir, oder höchst«Befclshaber, eines amalekirischen Königes in Egy-pten (;) Diese Mishelligkeiten sind gleichwolnicht grösser als diejenigen, so die Kunstrichter inden alten griechischen Geschichtschreibern, in Ab-sicht auf die Hirrenkönige, bemerkt haben, die sichEgypten unterworfen Aller Mutmaßung nachist die Warheik am besten zu entdecken durch Per-gleichung der besten Geschichtschreiber von beiden Ar-ten : die gar leicht siyn würde, wenn die cgyptischeGeschichte in des Königs von Frankreich Bücher-vorrat gedruckt würden. Wie wenige Hosnung aberist dazu vorhanden, da wir nach Verwendung un-srer Jugend aufs griechische und latein einen Eckelund Verachtung gegen alle Schriftsteller von andremSchlage bekommen?
(zzo.B.) In Athan. RirchersOeäipotom. rhmogm. i p.,i ist dergleichen Verzeichnis dermor-qenländischen Ueberlieferungen von den egyptischenRegierungsfolgrn anzutreffen, wie auch in Four-
M0Nt3 retlexlons crikignes ssir les biiloires äessiicieng peuplcs liv. z cb. , tom. r p alnw auch? Z4 aus dem Juchasin die jüdische Ueberliefe-rung derselben vorkamt, die von der arabischensehr abgehet. Indessen zeiget der Augenschein, daßdiese arabische Geschichtschreiber aus jüdischenQuellen geschöpft haben, und die Geschichte derheiligen Schrift in ihre Erzälungm gebracht. DieUnleugbarkeit der verschiedenen und oft sehr gehäuf-Ddd d 2 ren,
(r) TU- mirrbil. (z) Urm iblilem.