Sassanidische Stilrichtung.
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•chinesischen Seidenwehekunst anzusehen, doch ist man eher zu der Ansichtberechtigt, dass namentlich Syrien (Antiochien ), die Grundstätte war, vonder aus bereits im I'V. .Jahrh. eine grosse Anzahl von Seidenwebern alskostbare Kriegsbeute von Sapor I. ins persische Reich versetzt wurden.
Kommen wir nun auf das archäologische Thema alter Seidentextilieuzurück. Das Breslauer Museum schlesischer Altertümer verwahrt die Gräber-funde aus Saarau, die wahrscheinlich aus der ältesten Eisenzeit Schlesiensherstammen (Anfang bis Ende des I1T. Jahrh.) und in einem mit Stoff-resten umwickelten Kästchen bestehen. Nach den Untersuchungen vonCohn enthält dieses Gewebe Seide, wenigstens gleicht sein chemischesVerhalten dem der Seide 1 ), anderer Ansichten nach dagegen der Wolle 2 ).
' Sehr selten stösst man auf die Über-reste der sassanidiscben Periode, derenHöhepunkt in das VI. Jahrhundertfällt, übereinstimmend mit der poli-tischen Glanzperiode des neupersi-schen Reiches. Ivhosroes I. (531 —
579), der mit Indien rege Beziehun-gen unterhielt, förderte die Seiden-weberei des eigenen Landes in hohemMafse. Von sassanidiscben Gewebenjener Zeit sind noch Überbleibselvorhanden, welche als Umhüllungenvon Reliquien aus dem Morgeulandegebracht wurden. Die unter denSassaniden ausgebildete neubabylo-nische Ausdrucksweise des Ornamentslässt sich zwar unschwer von derorientalisch-byzantinischen Stilrich-
richtune unterscheiden, aber sie wird ri «- S - X Saaaantdisches Gewebe aus dem IV.-V. Jalnh.
. ° nach Semper „Der Stil“.
trotzdem öfters nut der letzteren ver-
wechselt. Die sassanidische Musterung zeigt ein originelles, rein orienta-lisches Gepräge, indem Löwen, Adler, Strausse und andere phantastischeFiguren der bizarren Tierwelt, zuweilen auch menschliche Bildformen inoiner Ausdrucksweise auftreten, welche die neupersischen Webekünstler demft lten assyrischen Ornamentennachlass entnommen haben.
Der Sieg des Christentums fiel mit dem Verfall der römischen Kunstzusammen, und da ein überreicher und verfeinerter dekorativer Schmuck dasKennzeichen der letzteren war, so verlangte die mehr auf das Überirdische
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