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Purpurgewebe.
„purpnr imperialis“, auch „ostrum imperiale“, entsprach 1 ), als Abzeichender Kaiserwürde gedient zu haben, während andere purpurfarbene Gewänderauch im privaten Verkehr vorkamen 2 ). Spätere Gesetze verboten nur ge-wisse Gattungen, nämlich das sogenannte oxyblatta (tyrisches Purpur) undhyacinthiua 3 ), welche Farben den Namen des heiligen Purpurs (sacer mn-rex) trugen 4 ). Eine als ,,dibapha“ (doppelfarbig) bekannte Abart des kaiser-lichen Purpurs wurde durch wiederholtes Auffärben in besonders tiefen,dunkelvioletten, fast ins Blauschwarze spielenden Tönen hergestellt, wozuvorwiegend der Saft des Murex regnis verwendet wurde. Mit der Zeit ver-schmilzt sich die Idee des blatta als der Nuance mit dem Ausdruck der,,Farbe“ derart, dass man den aus mehrfarbigen Garnen verwebten Seiden-stoffen die Namen diblattiou, triblattion u. s. w. zuteilt. So beschreibt u. a.Konstantin Porphyrogenetus ein solches Seidengewebe, den kaiserlichenPurpurmautel, aus purpurfarbiger Kette und grünem Einschlag 5 ). Späterhat sich die Idee des Purpurs überhaupt mit der des Seidengewebes iden-tifiziert und bestand nun kein sprachlicher Unterschied zwischen den Sei-denwebern und Purpurfärbern (bombycinare, gleichbedeutend mit pur-puram facere) 6 ).
Beiläufig mag erwähnt werden, dass schon zur Zeit der Römerherrschaftin Deutschland, namentlich in Bayern und zwar zu Regensburg , dem altenRatisbon, eine Art Purpurfärberei betrieben worden ist, allem Anscheinnach mit einheimischen Coccusarten (Kermes) 7 ).
In Byzanz gelangte die Purpurfärberei seit dem IX. Jahrhundert zurneuen, weltberühmten Blüte. Die Körperschaft der Purpurfärber (murile-guli) genoss weitgehende Privilegien, ihr Gewerbe war indessen, was dasechte Purpurverfahren anlangt, verstaatlicht und das Geheimnis desletzteren streng bewahrt. Trotz des regen Verkehrs zwischen den beidenMetropolen, konnten sogar fertige Purpurgewebe nur auf ungesetzlichemWege des Schmuggels nach Rom eingeführt werden 8 ). Laut dem russisch-griechischen Vertrag von 944 war den russischen Kaufleuteu streng unter-sagt, Seidenstoffe, wohl Purpurgewäuder, deren Preis 50 Goldsoldi überstieg,um die es sich stets hauptsächlich handelte, auszuftihreu. Infolge solchstrenger Mafsuahmeu und des durch das Regal beschränkten Absatzes ver-
*) Anastas. Biblioth. lOö. V. Benedict. III.
2 ) Ammian. lact. divin. Just. IV. 7.
5 ) Cod. Justinian. IV. 40.
4 ) Cod. Just, de vest. hol. 11, 8.
5 ) De cerem. S. 440.
®) Francisque-Michel , Recherckes sur le commerce, la fabrication et l’usagedes dtoffes de soie, d’or et d’argent et autres tissus precieux en Occident, principalementen France pendant le moyen äge. Paris 1852, II. 17.
7 ) Gumpolzheimer, Geschichte von Regensburg , S. 240.
8 ) Apud. Muratori (script. rerum Ital. II. 487).