Byzanz zur Zeit der Araber.
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liert die byzantinische Purpurfärberei nach und nach an Umfang und Be-deutung, um schliesslich im XII. Jahrhundert gänzlich zu erlöschen.
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Auf den Trümmern der persischen Macht erhebt sich um die Mittedes VII. Jahrhunderts die neue politische Welt der Araber, jenes um dieVerbreitung der Kultur so hochverdienten Volkes. Dank den Arabern istdie Seidenindustrie Mittelasiens, die zur Zeit des Einbruchs dieses Volks-stammes in vollster Blüte stand, von ihnen in dem fortschreitend siegreichenZuge nach dem Westen verpflanzt und hier auf europäischem Boden,zugleich mit der alten Kultur und Kunst auch das Seidengewerbe durchGründung neuer Industriestätten auf die jugendfrische Welt des Abend-landes übertragen worden. Die Seidenzucht, die Seidenindustrie und derSeidenhandel haben durch die Araber seit dem VII. Jahrhundert einensolchen Umschwung erhalten, dass es notwendig erscheint, ihren Stand zurZeit des arabischen Einbruchs zu besprechen, bezw. etwas weiter zurückzu-greifen, und dies um so mehr, als der letztere eine neue Ära ihrer ge-schichtlichen Entwickelung eröffnet hat.
In Byzanz ist nach vorübergehender Blütezeit ein Stillstand des Seiden-gewerbes zu verzeichnen. Die bis in das X. Jahrh. fortdauernde Ver-staatlichung der Seidenindustrie hemmte deren Emporkommen und die freieInitiative; nicht nur die Seidenzucht und -Weberei, auch die Purpurfärbereiwurde, wie erwähnt, durch Staatsmonopol eingeschränkt. Stand das by-zantinische Seidengewerbe in seiner Verstaatlichung und sklavischen Be-schränkung mit der freien, nationalen Industrie des Orients in starkemKontrast, so konnten die Folgen der fortwährend anwachsenden asiatischenKonkurrenz noch vor dem arabischen Einbruch nicht ausbleibeu. Rechnetman noch die allgemeine Armut der Bevölkerung und die politischen Unruhenhinzu, so ist ersichtlich, dass der Verfall der byzantinischen Seidenindustrienur eine Frage der Zeit war. Infolge der arabischen Invasion verlor Byzanzdas den Rohstoff erzeugende Land Syrien , wo die Seidenzucht damalsschon in beträchtlichem Umfange betrieben wurde. Bei der allgemeinenSchwäche vermochte Byzanz auch nicht aus dem Verfall der konkurrierendenparthischen Seidenindustrie den gehörigen Nutzen zu ziehen. Wenn, wiemehrere Geschichtsschreiber auführen, im IX. Jahrh. in Morea Seidenzuchtund -industrie geblüht haben soll, so liegt hier offenbar eine Verwechslung derSeide mit sehr feinen leinenen und baumwollenen Geweben vor *). Anderer-seits stimmen die arabischen Schriftsteller darin überein, dass Griechen-land noch im X. Jahrh. aus Spanien die Seide bezogen hatte 2 ). AuchAnastasius der Bibliothekar, der äusserst sorgfältig und gewissenhaft die
') Pariset, L’histoire de la soie, II. 26.
2 ) Franc.-Michel, Recherches sur le commerce etc. S. 291.