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Erster Band.
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Verlegung der Handelscentren. Seidenbau Westasiens.

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Meeresküste und den Seeverkehr überhaupt ganz unmöglich machten, erlittder arabische Handelsverkehr insofern eine Umgestaltung, als der Haupt-stapelplatz für Seide von neuem nach der Insel Ceylon , die seit dem VII.Jahrh. von ihrer früheren Bedeutung stark eingebüsst hatte, verlegt wurde.Nachträglich wird der Seidenhandel Ceylons, wie überhaupt der Inselndes Sunda -Archipels, noch reger betrieben und erreicht im XII. Jahrh. denHöhepunkt seiner Blüte. In der weiteren Folge der arabischen Periodedes Seidenhandels lässt sich indessen eine langsame, aber stetige Abnahmedes Seeverkehrs wahrnehmen. Die seit dem X. Jahrh. sicher gewordenenKarawanenwege Mittelasiens ziehen den Schwerpunkt von Chinas Seiden-handel an sich und übertragen durch Vermittelung der Araber die Märkteund Stapelplätze allmählich von den Grenzen Chinas nach dem Westenund so nach und nach bis an die Gestade des Kaspischen und des SchwarzenMeeres . Schon im VII., und besonders im VIII. Jahrh. blühten die ara-bischen Handelskolonien an der Westküste Indiens'). Vielbesuchte Stättenwaren Bassora (Basra ) und Syräf, sowie Hormüz-Syräf, der bequeme Häfenbesass und die Rolle des die einheimische Weberei versorgenden Rohseiden-marktes 2 ) einnahm; auch als Hauptstapelplatz für chinesische Seide undSeidenstoffe beeinflusste er seiner Zeit den gesamten europäischen Seiden-verkehr. In der Stadt Basra war es zuerst, dass gegen das deutlich aus-gesprochene Verbot des Propheten ein Araber seidene Kleider auzulegenwagte 3 ). Im gleichen Zeitraum, vom VII. bis zum XII. Jahrh., verliert dernördliche Teil Indiens seine frühere Bedeutung im Seidenhandel, indem diealtgewohnten Handelswege über Hindukusch und Kabul gänzlich in Ver-gessenheit geraten; das südliche Indien dagegen erlangt, obwohl es seine Be-ziehungen zu den Arabern aufrecht erhalten hatte, erst im neuen ZeitalterInteresse für die Geschichte des Seidenhandels. Aden, dessen Hafen vondem vielgereisten Mukkadasi 4 ) (985) als die Vorhalle Chinas (dehliz-es-Sin) bezeichnet wurde, behielt wie bisher stets besondere Bedeutung als Ein-gangspunkt in das Rote Meer für den Seidenhaudel auf dem Seewege.

In dem Mafse, wie sich Westasiens Seidenbau zu immer höhererBlüte emporschwingt, werden die kommerziellen Beziehungen des Abend-landes mit China , als natürliche Folge des kleineren Bedarfs, immer unbe-deutender. Nicht nur, dass die Seidenmärkte nach den Häfen Trapezuntsverlegt werden, wonach sich die chinesischen Kaufloute richten müssen,sondern auch was den Handelsgegeustand, die Seide, anlaugt: es tauchtseit dem IX. Jahrh. die kleinasiatische Rohseide in ungeheueren Mengenauf und verdrängt das seit fast einem Jahrtausend den Seidenhandel und

') v. Kremer, Kulturgeschichte des Orients unter den Chalifen. Wien 1875—77.bd. II, S. 276.

a ) Reinaud, Rel. de voyages faits pnr les Arabes etc. S. 81.

a ) Karabacek, Über einige Benennungen mittelalterlicher Gewebe. Wien 1882.

S. 18.

*) Mukkadasi, e'd. de Goeje, S. 85, 426.

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