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Seidenhandel der Araber.
Kühnheit nach einer gefahrvollen Seereise bis au die Ostgestade des chine-sischen Meeres vor, wo sie in Kanfu einen Handelsverkehr zu ständebringen, der einen ebenso kolossalen Mafsstab aunimmt, wie der auf dembis dahin üblichen Seidenmarkt Kan-ischeu im Westen Chinas *).
Eine besonders glückliche Schicksalsweudung für die Araber war es,dass der Anfang ihrer Beziehungen mit China mit der gegen die Mitte desVII. .lahrh. eingetretenen Blütezeit politischer und kultureller Macht desletzteren zusammenfiel. Die sich zu gleicher Zeit in Centralasien ein-bürgernde innere Ruhe und der friedliche Handelsverkehr könnten dieSchlussfolgerung zulassen, dass der Seidenhandel auf den altgewohnten par-thischeu Landwegen hierdurch einen besonderen Aufschwung erhalten habe,welche Ansicht auch durch Pariset vertreten wird; indes ist man zu derAnnahme berechtigt, dass sich der Seideuhandel nunmehr vorwiegend demSeeverkehr zugewendet habe s ). Die Veranlassung hierzu lag erstens darin,dass sich der Schwerpunkt chinesischer Seidenkultur immer mehr von denNordwestprovinzen nach den östlichen und südöstlichen verschob, ausGründen, die sich ohne weiteres nicht angeben lassen; dass dazu, wieeinige behaupten, die Eröffnung der Seeroute beigetrageu haben sollte,ist nicht erwiesen. Alsdann kam der mächtige Aufschwung arabischerHaudelskolonien und Häfen an der Malabarküste dem Seehandel speciellzu gute. Von den Zielpunkten früherer persischer Seefahrer wissen wir,dass von der Zeit der sogenannten römischen Gesandtschaft bis zum III.Jahrh. diese Rolle dem Tonkiu zufiel, bis gegen das IV. .lahrh. Kantondem fremdländischen Verkehr zugänglich wurde * * 3 ). Dass dann der friedlicheHandel durch Ausschreitungen seitens der Perser und Araber, denen esdoch auf möglichst gesicherte Ruhe aukommen sollte, durch Überrumpelungund Beraubung einheimischer Stadteinwohner gestört worden sei 4 ), erscheinteigentlich schwer begreiflich, vielmehr würde dieses verhängnisvolle Er-eignis als ein Akt der Notwehr seitens der den Cliicanen eifersüchtigerChinesen ausgesetzten Fremdlinge aufzufassen sein. Infolge dieser Tumulteverliesseu 758 die arabischen und persischen und 795 sämtliche ausländischenKaufleute Kanton und gründeten in Kanfu einen neuen Stapelplatz fürüberseeischen Seidenverkehr. 878 fiel auch Kanfu der Rachsucht chine-sischer Rebellen zum Opfer, nachdem sie seine Bevölkerung niedergemetzelt,die Maulbeerplantagen in der Umgegend vernichtet 5 ) und so einen regel-mässigen Verkehr mit dem Abendlande auf Jahrhunderte hinaus zum gutenTeil lahmgelegt hatten. Als endlich im X. Jahrh. die den Fall der DynastieTang begleitenden politischen Unruhen in China den freien Zutritt an die