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Muschelseide. Kimkha. Zendel.
signien sich aus Pinna angefertigte Chlamys befanden. Der hl. Basilius l )bewundert das goldene „Vliess“ der Seeseide, das durch künstliche Färbungnicht erzielt werden könne. Im frühesten Altertum sind die Muschelseiden-gewebe, wenigstens die feinsten, in Indien angefertigt und dann nachGriechenland exportiert worden 2 ). Der unbekannte Verfasser von „Periplusmaris Erythraei“ berichtet, dass Pinna in der Gegend von Colchi (Süd-Indien) verarbeitet wurde. Auch die Araber (Istachri, Mukkaddasi) sprechendarüber und nennen sie „Meereswolle“; die Griechen sagen für xdyXop auchl'pta xa x^p ^aXaxTT ,5 oder x(vvt,xov eptov, und die Italiener lana penna.Die ommaijadischen Kalifen Spaniens Hessen aus der bei Santarem ge-wonnenen Muschelseide Stoffe anfertigen, die sie unter Monopol stelltenund. von denen ein Stück „wegen seiner Pracht und Herrlichkeit“ 1000 bis10000 Goldstücke kostete. Deren Ausfuhr war verboten. Die Annahme,dass die im Parzifal angeführten Salamander bez. Pfellel mit derMuschelseide identisch sein können, gewinnt noch dadurch an Wahrschein-lichkeit, dass „Agremuntiu“ wahrscheinlich den Berg Acremonte bei Pa-lazzuolo in Sicilien zu bedeuten hat, wo thatsächlich die Muschelseideregelmässig gewonnen und verarbeitet wurde.
Von den Geweben morgenländischer Herkunft, deren Fabrikations-ursprung jedoch im weitesten Oriente zu suchen ist, mögen folgende Er-wähnung finden.
Unter dem Namen Kimkha (kim-chä) kam aus China lange Zeit hin-durch ein damastartiges Gewebe in den Handel, das später sowohl in per-sischen und bagdadischen, wie alexandrinischen und griechischen Manufak-turen mit vielem Geschick nachgeahmt wurde und sich im Abendlandegrossen Verbrauchs erfreute. Im griechischen als xap.ou)(äc, gelangte esals Camocato nach West- und als Kamka nach Osteuropa , namentlichRussland , wo es einen der am häufigsten erwähnten Stoffe bildete. SeinerWebart nach scheint Camocato mit Atlas nahe verwandt gewesen zu sein 3 ).
Die Cendels (zendado), leichte, taffetähnliche Seidengewebe ebenfallschinesischen Ursprungs, wurden in Alexandrien und dann in Mailand inerheblichen Quantitäten angefertigt und fanden in Europa zu Fahnen,Decken und als Futterstoff Verwendung:
... der trüc einen schapperungesniten von fritschale;mit rotem zendalewas er gcfurrieret 4 ).
Syndonus war die vorzüglichste Gattung des Cendals, wahrscheinlichindischer Herkunft, wogegen dieser Ausdruck nach anderem Dafürhalten 5 )
‘) Hexaem. VII.
J ) Yates, Textrinum antiquorum, London 1843, S. 158.
s ) Karabacek, Über einige Benennungen etc. S. 12.
*) Wigalois der Ritter, S. 55.
6 ) Brandes, Jahresb. d. Ver. v. Fr. d. Erdkunde in Leipzig . 1865. S. 91 ff.