Band 
Erster Band.
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75
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Kirchenschätze.

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VII. Jahrli., und ein in der Kathedrale zu Sens aufbewahrtes Schweisstuchder heiligen Kolumba, VII. Jahrh); schliesslich das bekannte Gewebe mitdem Gladiator (wohl Samson), der die Löwen erwürgt, aus dem VII. Jalirli.,dessen einzelne Stücke sich im South Ivensington-Museum zu London , imDomschatz zu Chur und im Gennanischen Nationalmuseum zu Nürnberg befinden. Eine unschätzbare Sammlung mittelalterlicher Gewebe ist in Formvon Schontüchern in der zu Le Puy aufbewahrten Bibel des Theodulfus(IX. Jahrh.) enthalten, die 53 chinesische, arabische und griechische seideneund halbseidene Gewebe enthält [ ). Merkwürdigerweise haben sich, wie bei-läufig erwähnt werden mag, Bancel in Saint-Chamond (1817), Beauvais in Lyon (1820) und Grangier in St. Chamond (1835) die Musterungsarteiniger in dieser Bibel vorhandenen Gewebe patentieren lassen.

In Holland besitzt u. a. der Maestrichter Domschatz ein gut erhal-tenes Pontifikalgewand des hl. Servatius (XII. Jahrh.), dessen Ornamentikmenschliche Figuren (Kastor und Pollux) zeigt * 2 ). Ein ziemlich seltenesStück ist in der ehemaligen Abtei Siegburg dem grösseren Reliquienschreineentnommen worden; es ist dies das Totengewand des Erzbischofs Anno II. von Köln : auf einem Grunde von kaiserlichem Purpur sind in der natür-lichen gelben Farbe der Rohseide sechs schreitende Löwen, mit einer griechi-schen Inschrift zwischen sich, eingewebt, die auf seinen Ursprung ausder ersten Hälfte des X. Jahrh. hindeutet 3 ). Diesem seltenen Falle derErhaltung eines inschriftlich datierten byzantinischen Stoffes gesellen sichwenige nur entfernt ähnliche Beispiele zu. Genannt wird ein dem PapstNikolaus I. (f 867) geschenktes reich figuriertes Seidenzeug mit Inschriftenund griechischen Kaisernamen 4 ). Das scharlachrote mit Elefanten in bun-ten Medaillons geschmückte Gewand iin Sarkophage Karls des Grossen zuAachen , nach dem Charakter der Buchstaben wohl dem XII. Jahrh. an ge*hörig, führt in seiner Inschrift nur zwei in ihrer Lebenszeit bisher nichtgenau bestimmte kaiserliche Beamte an. Auch in Aachen, Eichstädt, Qued-linburg, Braunschweig, Maastricht, Lüneburg (goldene Kammer des ehe-maligen Königs von Hannover), ferner in Brauweiler , das eine wohlerhal-tene Casula (oberstes Priestergewand) aus dem Jahre-1143 besitzt 5 ), undanderwärts werden ältere Gewebe aufbewahrt. Ein genaues Verzeichnis der-jenigen Kirchenschätze, Museen und Sammlungen, in denen sich die Seiden-stoffe in einem für das Studium geeigneten Zustande und in grössererAnzahl vorfinden, ist am Ende dieses Abschnitts beigefügt worden.

') Hedde, Notice sur le manuscrit de Thdodulphe (Ann. de la Soc. d’Agric. etc -du p Uy> 1837—38, S. 169).

s ) Bock und Willcmson, Mittelalterliche Kunst- und Reliquienschätze zu Mae-stricht. Köln 1872. S. 29.

8 ) E. aus’m Weerth, Jahrh. d. Vereins von Altertumsfreunden im Rheinlande.Heft XLVI.

4 ) Liber pontif. III. 167. 182.

’) Bock, Gesch. d. liturg. Gewänder.