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Blyant. Fundstätten der Seidenaltertümer.
... mit einem pfellel, sunder goltverre in heidenschaft geholt,gesteppet üf palmät 1 ).
und weiter:
palmäts ein dicke matrazlac underm kftnege alda er saz.
Gottfried von Stfassburg deutet die unvergleichliche Weichheit desPalmets an, indem er das Fell des Hündleins Isoldens beschreibt:
un dichte Tristandendö er ez handeln beganer grifte palmätsiden anso linde war ez überal 2 ).
Uber die eigentliche Natur und Herkunft des Palmets ist ebenso schwerzu urteilen, wie Uber das noch öfter erwähnte Seidenzeug Blyant (blyat,pliat), welches in einem deutschen Wörterbuch aus dem Jahre 1482 als„byssus jacinthus, edel seydengewandt“, aufgeführt und in den späterenKommentaren der Minnegedichte kurzweg als „kostbarer Seidenstoff“ be-zeichnet wird.
Eine hübsche Zusammenstellung mittelalterlicher Stoffgattungen liefertHeinrich von Veldecken in seiner Eneidt 3 ):
...die culten von samitedie phelle vnd von timite... Eynes lichtes baldekinVnd off eyn kateblatin 4 ).
Von allen diesen prächtigen Seidengewehen des Mittelalters sind nurwenige bis auf uns gekommen. Es sind dies in den Bibeln und Manuskrip-ten eingeklebte Schon- und Schweisstücher (sudariola, sudarium), liturgischeGewänder und Totenhüllen. Im ganzen dürften 250—300 Orisrinalsrewebeaus der Periode vom VIII. bis XII. Jahrh. vorhanden sein 5 ) und zwar inden Domen zu Metz-, Aachen, Chur, Mainz, Avignon, Le Puy, Paris, Bam-berg, Danzig, Stralsund, Prag, Wien, Bromberg, Halberstadt u. s. w., fernerin den Schatzkammern, Museen und Privatsammlungen. Von den Seiden-stoffen aus der Frühzeit des Mittelalters, also aus der Zeit vom V. bis X.Jahrh., sind uns, wenn man von den neueren noch wenig studierten Fundenabsieht, nur geringe Reste erhalten geblieben, nämlich kleine Stoffstückein den Handschriften, zur Schonung der gemalten Initialen; dann die Toten-hüllen (u. a. im Pariser Louvre Fragmente eines Gewebes aus dem