Renaissance.
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Sie werden wohl so einen zarten, unter Umständen höchst harmonischenSchimmer bilden, wie die indischen Kaschmirgewebe, einen grossen Eindruckaber nicht hervorrufen. In derselben Weise wird ein zu zart gezeichnetesOrnament, wenn auch von vorzüglicher Ausbildung, auf dem breiten Grundeverschwinden und von der Farbe gedrückt werden. Eine überreiche Kombina-tion, von besonders grellen Nuancen, kann begreiflicherweise bei dem von Hausaus glänzenden Seidengewebe kaumzur Erzielung der Harmonie beitra-gen; vielmehr ist es notwendig, dasswenige kräftige Farben, die sich leb-haft voneinander abheben, aberunterstützt von entsprechend gewähl-ten matteren und trüberen Tönen,in verschiedenen Schattierungen in"verhältnismässig breiten Flächen ge-geneinander gestellt werden,und zwarin der Weise, dass weder der Grundnoch das Ornament einen überwiegen-den Einfluss erreicht. Dann ist esSache des Künstlers, das Ornamentselbst in schwung- und ausdrucks-vollen Formen zu zeichnen, und da-rauf verstanden sich die Ornamen-tisten des XV. Jahrh. in einer Weise,die noch heutzutage als mustergiltignnd ausschlaggebend bezeichnet wer-den darf. Sie verwendeten zu den rein■ornamentalen Geweben selten mehrsds zwei Farben, meistens Gold oderSilber, entweder als Grund oder alsMusterung einerauderenFarbe gegen-übergestellt, und sie wussten dasoben angedeutete Verhältnis in solcher Weise anzuwenden, dass weder das^old die Farbe, noch die letztere das Metall beeinträchtigen konnte. UmJ e doch den Effekt der Faser zum besseren Ausdruck zu bringen und dasImponierende des Kolorits zu verstärken, bedurfte es der grandiosen Be-handlung, wie wir sie in der Grossmusterung der damaligen Brokate, Sam-mete und Damaste finden können.
Der wichtige Übergang mittelalterlicher Kunst zur Renaissance vollzogs mh zu Beginn des XV. Jahrh. in Süditalien (Florenz ) und bedeutete dasWiederaufleben der antiken, heidnisch-klassischen Kunstweise, vorzugsweise^ er römischen Periode. Die Kunstrichtung der Frührenaissance von derMitte bis zu Ende des XV. Jahrh. charakterisiert sich daher im Bestreben,klassischen Traditionen der neuen Geistesströmung anzupassen und die
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