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Franzosen befand, bewirkten, dass die Crefelder Waren nur schwer Ein-gang in andere Provinzen fanden, so dass ihre Konkurrenz die anderendeutschen Manufakturen nicht gerade unmittelbar drückend beeinflusste. Diestaatlichen Unterstützungen Preussens erfuhren unterdessen bedeutende Ein-schränkung, und auch der Seidenbau litt unter den Missernten und man-gelnder Fürsorge des Königs. Die Katastrophe von 1806 brachte die bran-denburgische Seidenindustrie teilweise in gänzlichen Verfall und in densiebziger Jahren hat sie schliesslich eudgiiltig aufgehört zu existieren. Nurdie Färberei ist geblieben. Speciell die Franzosen und |Israeliten erwarbensich, wenn auch in selbstsüchtiger Absicht, um die Emporbringung derpreussischen Seidenmanufaktur nicht geringe Verdienste.
Während die Ereignisse von 1806 die Berliner Industrie zu Grunderichteten, entwickelte sich die Crefelder Fabrikation unter französischerHerrschaft immer mehr und gelangte unter dem Walten der alles gleich-machenden Republik, dank der Beseitigung der Monopole, alsbald zu einerglänzenden Existenz und nach und nach zu ihrer gegenwärtigen, in derdeutschen Seidenindustrie dominierenden Stellung.
Seit 1845 kam in Preussen ein regeres Interesse für Seidenkultur zumAusdruck, das auf jede mögliche Weise durch Verteilung von Raupeneiernund Maulbeersamen, Herausgabe unzähliger belehrender Schriften über denSeidenbau, öffentliche Vorträge u. s. w. gefördert wurde und von Rainm-low, v. Türk, Friedheim, Wagner, Bolzani, Töpfer, Heese u. a.mit seltener Ausdauer geleitet wurde. Noch bis vor einem Jahrzehnt be-standen zu Potsdam, Steglitz bei Berlin, Trebbin, Paradies, Bunzlau, Prettin und a. 0. nicht unbedeutende Haspel- und Mulinieranstalten, ebenso in derRheinprovinz zu Crefeld und Barmen, die aber sämtlich der zur Gross-industrie emporwachsenden ausländischen, namentlich der französischen unditalienischen Konkurrenz unterliegen mussten.
In den übrigen deutschen Ländern bestand zu Anfang unseres Jahr-hunderts noch hie und da die Seidenmanufaktur, welche, wie alle Industrien,sich der modernen Entwickelung anzupassen suchte; in einigen Städtenfasste sie auch festeren Boden und brachte es in einigen Specialitätenzu einer nicht geringen Vollkommenheit. 1852 waren in Augsburg über200 Webstühle in Thätigkeit, die ausser den einfachen Stoffen auch Da-maste, Sammete und moirierte Gewebe erzeugten. In der bayerischen Pfalz (Kaiserslautern ) wurde 1858 eine grosse Seidenweberei gegründet, die Atlasseund geblümte Zeuge anfertigte. 1875 waren in Bayern insgesamt 154Webereien in Thätigkeit.
In Österreich wurden die Bestrebungen um die Hebung der Seiden-industrie seit dem Beginn des Jahrhunderts sehr energisch aufgenommen,wobei sich hauptsächlich das Seidenhaus Chwalla nicht geringe Verdiensteerworben hat.
Auch nach den Niederlanden brachten die französischen Auswandererdem Seidengewerbe fruchtbare Anregung und erhoben es in kurzer Zeit