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Erster Band.
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Süd- und mitteldeutsche Staaten.

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zogen 1 ), nachdem 1768 der erste Damast aus preussischer Seide gewebt wor-den war. In Berlin wurde eine Centralhaspelanstalt angelegt sowie eine Zwir-nerei, die namentlich Nähseide herstellen sollte, und im Jahre 1781 wurdeaus Preussen bereits Seide im Werte von 1 137043 Thalern ausgeführt.

Nach Friedrichs des Grossen Tode blieben zwar im grossen undganzen seine trefflichen Einrichtungen bestehen, obwohl sich schon Gegen-strömungen geltend machten. Besonders sorgte Struensee noch einigeZeit für die Erhaltung des Seidenbaues und erliess 1792 eine Schrift zurBelehrung der Seidenzüchter; allmälich aber schwand das Seidengewerbewie die Seidenkultur immer mehr und mehr, und nur vereinzelt sah manFrauen und Kinder in Bauerngehöften ihre freie Zeit der Pflege von Seiden-würmern zuwenden. Friedrich Wilhelm III. vernachlässigte die Seiden-industrie. Indessen kam sie, dank den schweren wirtschaftlichen Verhält-nissen in Lyon , trotzdem nochmals wieder in Aufschwung, um jedoch nachkurzer Zeit schon wieder abzunehmen.

In den süddeutschen Staaten schritt das Seidengewerbe inzwischenlangsam, aber in sicheren Bahnen vorwärts, und wenn auch die Produktionzur Ausführung von Fabrikaten zu gering war, so genügten die letzterendoch vollkommen für den inländischen Verbrauch. In Augsburg wollte man1713 das Seidenkämmen, also die Verarbeitung der sich bei Kultur, Has-plerei u. s. w. ergebenden Abfälle einführen, wogegen jedoch die Borten-wirker Einsprache erhoben, weil sie die Konkurrenz des neuen Rohmaterialsund Verbilligung der Fabrikate befürchteten. Gegen die Mitte des XVIII.■Jahrh. erhielt Augsburgs Seidenmanufaktur durch Anlage neuer Webereienunter Hinzuziehung von tiroler und italienischen Handwerkern einen nicht un-kedeutenden Vorsprung; obwohl bald nach dem Tode des Begründers Münchdie neuen Fabriken eingingen, so wurden 1793 von Pelloux und Bren-tuno dafür .andere gegründet, die von sehr gutem Erfolg begleitet waren.

Nicht so erfreulich erging es dem mitteldeutschen Seidengewerbe, daseinesteils weniger unabhängig war und unter dem ungünstigen EinflussPreussischer Merkantilpolitik stand, andererseits aber unter den Wirren derKriegszeit zu leiden hatte. In Sachsen, und zwar zu Meitschen bei Torgau ,Wllr auch während des siebenjährigen Krieges eine sehr grosse, nach italie-nischer Art betriebene Seidenhasplerei und -Zwirnerei von Rabe im Betrieb,der König durch Militärbesatzung schützen musste. Sie ging jedoch^kenso, wie viele andere Manufakturen, zu Leipzig, Langensalza, Chemnitz ,r esden, Meissen u. a. 0., ganz wie in Berlin , in demselben Mafse zurück,Tvie S1 ch das Seidengewerbe in Crefeld und Elberfeld, und -im Süden in Wien ,Zu immer höherer Blüte emporschwang.

Die Verhältnisse in Crefeld , das seit 1794 sich in den Händen der

b Boxhorn, Inst, polit.

Beckmann, Gesch. d. Erfind.Poppe, GeBch. d. Technologie.