Seidenindustrie des XIX. Jahrh. Deutschland . 119
Zeit mit Italien und der Schweiz ) geführt hat, schadet in nicht geringemMafse der einheimischen Seidenindustrie.
Namentlich im letzten Vierteljahrhundert hat der französische Export-handel grosse Einbussen erlitten, wie aus folgenden Zahlen zu ersehen ist.
Einfuhr Ausfuhr
(Millionen Francs.)
1860
3,9
454,8
1865
11,2
428,5
1870
27,4
485,1
1875
37,2
376,7
1880
42,3
234,3
1885
41,2
221,9
1890
63,9
273,9
1892
60,5
254,0
Die deutsche Seidenindustrie nahm im XIX. Jahrh. einen ruhigen, aberstetigen Entwickelungsgang. Im Jahre 1809 zählte Crefeld 11 Fabrikenfür Seidenstoffe, die 6264 Arbeiter beschäftigten und für 5 1 j i MillionenFrcs. produzierten; im gesamten übrigen Roerdepartement gab es 21 kleinereFabriken mit 2000 Arbeitern und einem Umsatz von 2 Mi 11. Frcs.Nach anderer Abschätzung waren in Crefeld (1804) 12000 Seidenarbeiterthätig *).
Die Industrie des Wupperthals beschäftigte 1809 im Elberfelder Bezirk14 Seiden- und eine Plüschfabrik, in dem Barmer und Remscheider Bezirkeje eine Bandfabrik. Im Herzogtum Berg (Elberfeld , Barmen und beideMülheim ) wurden von 7—8000 Arbeitern für 7—8 Mill. Frcs. Seidenwarenund für etwa 10 Mill. Seidenband- und Sammetstoffe produziert, die nachPolen, Russland, Italien, Frankreich und Deutschland gingen 2 ). Im KreiseElberfeld waren 1816 thätig: 1541 Stühle für Seide und Halbseide,gegenüber 945 für Baumwolle, im Jahre 1842: 5206 für Seide und 1245lür andere Stoffe. Durch politische Ereignisse in dem wichtigen Absatz-gebiet Polen , und durch Konkurrenz anderer Städte beeinflusst, verliert dieElberfelder Manufaktur seit der Mitte des Jahrhunderts von ihrer früherenBlüte; 1852 wurde hier die erste mechanische Weberei angelegt, doch fälltZahl der Webstühle von 2359 Hand- und 430 Kraftstühlen im Jahre^61, auf 1617 Stühle im Jahre 1875. Immerhin blieb Fllberfeld ein Cen-trum für diese Industriezweige, und in neuerer Zeit nimmt die Seidenfabri-kation daselbst wieder an Umfang zu.
In Crefeld blieb die Seidenweberei trotz zeitweise auftretender KrisenJn ungeschwächtem Fortschreiten. Im Jahre 1840 gingen 3000 Stühle fürSeidenstoffe und Halbseide, 1500 für Sammete, 1000 für Plüsche, 800 für