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Erster Band.
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Anatomie der Seidenraupe.

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Die ausgewachsene reife Seidenraupe ist von milch weisser Farbe undbesteht aus 10 bis 12 Leibesringen, deren vorderster einen grauen oderbräunlichen Kopf und 3 Paar schuppige Vorderfüsse trägt; die letzteren besitzendie gleiche Farbe, wie die von der Raupe gelieferte Seide, sind also weiss,gelblich oder grünlich. Die vier mittleren, sowie der letzte Ring tragen diezum Ansaugen eingerichteten, biegsamen und häutigen Fiisse, auf demvorletzten erhebt sich ein hornartiges Gebilde, wie bei den meisten Schwär-merraupen. Die Form des Kopfes ist ovoidal, von oben nach unten abge-plattet; seine Grösse beträgt 3 mm Länge, 3—3,5 mm Breite und 2,5—3 mmDicke. Es würde den Rahmen des vorliegenden Werkes überschreiten,wollte mau eine genaue Anatomie der Seidenraupe geben; eine Aufzählung derbetreffenden Litteratur möge genügen. (S. Bibliogr. Anhang S. 268 u. ff.)

Unmittelbar unter der Rückeuhaut liegt das röhrenförmige Blutgefässund schlägt normal etwa 40—50 Mal pro Minute, indem es durch das Hin-und Zurückziehen das gelbliche Blut nach der Kammer befördert, die, durchDarmfellmembrane gebildet, den Verdauungskaual umgiebt. Die Pulsierung

Fig. 53. Schnitt durch die Seidenraupe (1. Blutgefäss, 2. Darmkanal, 3. Seidendrüse).

des Gefässes schwankt je nach der Lufttemperatur und beträgt 6—8 Schlägebei 12—15°, und 30—-40 pro Minute bei 22—25°, oder wenn die Raupe■viel Bewegung macht; die Zahl steigt auf 60—65 im Moment des Ein-spinnens. Die an beiden Seiten der Körperringe sichtbaren 18 schwarzenPunkte sind Öffnungen der Respirationsorgane (Atemlöcher, Stigmata),durch deren Verzweigungen die Luft in das Innere der Raupe eindringt,u m mit dem Blute in Verbindung zu treten. Die Raupe kann ohne Schadene mige Stunden im Wasser verbringen; bestreicht man indessen die Atem-löcher mit Öl, so erstickt sie in wenigen Minuten. Nach der Berechnungv °n Regnault und Reiset (1849) absorbiert 1 kg spinnreifer Seiden-raupen 0,763 g Sauerstoff pro Stunde. Das motorische System derRaupe ist ausserordentlich zahlreich und besteht aus über 5000 bekannten

Muskeln.

Gleichlaufend mit dem Darmkanal liegen an beiden Unterseitendes Körpers der Maulbeerraupe zwei seidenerzeugende Drüsen, diee inen beträchtlichen Rauminhalt einnehraen. In denselben lassen sichdrei Teile unterscheiden: der bildende oder sekretierende Teil, der sam-melnde oder reservierende Teil und der absondernde oder exkretierende'^' e ih Im allgemeinen besitzen die Seidendrüsen der Maulbeerraupe unda, *derer analoger Insekten in physiologischer Beziehung grosse Analogie^t den Speicheldrüsen. Der sekretierende Teil besteht aus einem 14 bis