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Erster Band.
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Geographie und Statistik der Seidenkultur. Asiatische Türkei .

spruch nahm. Nach jahrzehntelanger Dekadenz zeigt sich hier ein neuer Auf-schwung. Die relativ grösste Steigerung hat der Seidenhau im Exploatations-gebiet der anatolischen Eisenbahnen erfahren. Die Regierung bekundet grossesInteresse für den Seidenbau, der auch für die Staatseinnahmen von Wichtig-keit geworden ist. In den hauptsächlichen Centren der Kultur werden Muster-grainierungsanstalten etabliert und in Brussa, Ismid und Adrianopel findenjährlich Preisausschreiben statt. Der allgemeine Aufschwung ist aus derHandelsstatistik zu ersehen. Einer Einfuhr von Kokons im Werte vou*/ 2 Mill. Piastern stehen 40 Mill. Ausfuhr, dem Import der Rohseide von30 Mill. Piastern ein Export von 103 Mill. gegenüber. Allerdings werdennoch für 23 Mill. Seidenfabrikate importiert und nur für 30000 Piasterausgeführt.

Vor dreissig Jahren belief sich die Kokonernte der Levante auf 16 bis17 Mill. kg; die Rassen waren weiss, zum geringeren Teile auch gelb, undzeichneten sich durch ihren Seidenreichtum aus. Im J. 1883 belief sich dieErnte auf 1,6 Mill. kg in der europäischen, 6,4 Mill. in der asiatischenTürkei und 400000 kg in Griechenland .

In Anatolien ist die Umgegend von Brussa für die Seidenkultur vonBedeutung; ausser Brussa selbst kommen in Betracht Guemlek, Bazar-Kuevi,Schenishir, Sögüd, in weiterer Entfernung Biledschik, Bergamo, Erdek undKiutachia. Die wichtigsten Exporthäfen sind Guemlek, Panonno, Ismidund Mudania, vermittelst welcher der Handelsverkehr mit Frankreich undItalien gepflegt wird. Im J. 1863 belief sich die Produktion von Brussaauf 1200000 Oken (1563000 kg) Kokons, 1874

in Brussa auf 1522196 kg KokonsUmgegend „ 1426904 „ „

2949100 kg Kokons.

Die Zusammensetzung der Ernte betrug 90°/ 0 der originellen oder eigen®aufgezüchteten bagdadischen Rasse, 9,3°/ 0 einheimischer gelber Rasse und0,7 % japanischer. Im Vilajet Aidin-Smyrna wird der Seidenbau beiSmyrna, Aidin und Paliampol ausgeübt und hauptsächlich japanische Rassegezüchtet. Die Produktion des Vilajets Karaman wird grösstenteils ver'mittelst der Häfen Adalia, Mersina und eines der wichtigsten SeidenmärkteiTarsus (in Südanatolien, Vilajet Adana), nach Italien exportiert. In den übrige 11Teilen Anatoliens, wie in den Vilajeten Samsun , Trapezunt und Diarbekii'i b e 'sitzt die Seidenzucht nur lokales Interesse, während die im Paschalyk v0 °Mossul und Bagdad produzierten Rassen als typisch sehr geschätzt und n aC ^Syrien exportiert werden. Die Entwickelung und der Zustand der Seide 0zucht Anatoliens ergiebt sich aus folgender Tabelle:

1881

1886

1020000 kg2560000 „

765000 grün255000 gelb