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Erster Band.
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258 Geographie und Statistik der Seidenkultur. Birma. Ostindische Kolonien.

stände, und ihre Erzeugnisse werden in China , Indien und Siam sogar deneuropäischen vorgezogen.

Bei den unabhängigen Völkern, die das wenig erforschte Territoriumzwischen Annam, Kambodscha und Siam einnehmen, scheint die Seiden-kultur ein verbreitetes Hausgewerbe zu sein. Die Laos und Khäs züchtengelbe Rassen und verkaufen einen Teil ihrer Seiden in Siam und Birma.

Im grossen und ganzen besitzt Indisch-China nur lokale Bedeutung,da seiue Erzeugnisse nur mittlerer Qualität sind; es ist aber nicht ausge-schlossen, dass dieses Gebiet in Zukunft auch für den internationalen Han-del noch von Wichtigkeit werden wird. Die Gesamtproduktion kann auf14600000 kg Kokons geschätzt werden und zwar:

Tonkin . . . 12000000

Kotschinchina. 900000

Annam . . . 500000

Kambodscha . 300000

Birma . . . 200000

Übrige Provinzen 700000

14600000 '

Sowohl die Holländer, wie die Spanier haben versucht, die Seiden-kultur in ihren ostindischen Kolonien einzuführen, jedoch ohne günstigeEndresultate. Die niederländische Kolonialverwaltung unternahm 1718 dieZuchten und verfolgte sie während anderthalb Jahrhunderten mit grosserAusdauer; im J. 1735 konnte man schon 3000 Pfund Seide nach Holland versenden. In späterer Zeit trat jedoch eine Degenerierüng der Rassen ein,die sich nicht auf halten liess. Auf Java wurden um das Jahr 1855 muster-hafte Züchtereien eingerichtet, die namentlich zur Zeit der Seidenkrank'lieiten in Europa wertvolle Dienste leisteten, aber auch sie unterläge' 1nachträglich den Raupenseuchen (1866), und die javanische Seidenzuchtvermochte sich, trotz der vielfach versuchten Stärkung durch Kreuzungenmit italienischen und chinesischen Rassen, nicht wieder zur früherenBlüte emporzubringen. Immerhin verfügen Java und andere der Sund»'Inseln über äusserst geeignete Boden- und Klimaverhältnisse, was schondaraus hervorgeht, dass hier eine Menge halbgezüchteter und wiW erSeidenspinner heimisch ist, die nicht einmal entomologisch bezeichnet sind'von den bekannteren leben hier Act. rnoenas, Bomb. Horsfieldii, Bomb. "W 9 'ringi, B. Teysmani und viele andere.

Auf den Inseln Sumatra und Borneo ist der Seidenbau nie in g r ° s 'serem Mafse gepflegt worden, er besteht jedoch seit geraumer Zeit und e s |Ssehr wahrscheinlich, dass sowohl der Maulbeerbaum, wie die Seidenrft ll P edaselbst einheimisch sind. Die Klimaverhältnisse der beiden Inseln sind d erSeidenzucht besonders günstig, die gelben und weissen Kokons sind v0Jlguter Qualität und exportfähig.