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Erster Band.
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Geographie und Statistik der Seidenkultur. China .

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Nach den Philippineninseln ist die Seidenraupe und ihre Nährpflanzegegen das Jahr 1593 eingeführt worden, nämlich nach den Provinzen Bis-caya und Luzon . Man weiss nichts über die Erfolge der Zuchten, da keiner-lei Spuren derselben zurückgeblieben sind. 1780 erneuerte man die Versuche,die von den Eingeborenen anfänglich mit Freude aufgenommen wurden,später aber gänzlich eingingen.

Auf der Insel Taiti hat man früher die Seidenkultur in geringem Um-fange betrieben.

Wir kommen jetzt zur Besprechung Chinas , eines Landes, dessen Be-deutung für die Seidenkultur von ausschlaggebender Wichtigkeit ist. DieSeidenzucht befindet sich in China in besonders günstigen Verhältnissen;geeignetes Klima, billige Handarbeit und Erfahrung von Jahrtausenden habenderselben eine Ausdehnung verliehen, die als die bedeutendste unter allen seiden-erzeugeuden Ländern zu bezeichnen ist. Ungeheure Volksmassen, die ihrenUnterhalt in der Zucht des Maulbeerspinners suchen, wenden ihre ganzeFürsorge und allen Fleiss diesem nationalen Gewerbe zu. Millionen vonFamilien leben nur von und für die Seidenkultur. Man muss die Verhält-nisse Chinas kennen, um zu ersehen, wie tief die Gewinnung und Verar-beitung der Seide in die Sitten und den Wohlstand der Bevölkerung ein-greifen und zugestehen, dass sie in keinem anderen Lande der Welt in soausgeprägtem Sinne volkstümliche Gewerbe bilden. Der Hauptvorteil chine-sischer Seidenkultur liegt in dem massigen Klima; die Jahreszeiten ent-wickeln sich regelmässig und die Ausfälle in der Produktion sind geringer,als anderwärts. Der Seidenwurm ist das einzige Tier, das in China kulti-viert wird. Der Maulbeerbaum nimmt wenig Platz ein und entzieht derReis- und Theekultur am wenigsten Boden. China hat in den Krankheits-jahren keinerlei Hilfe geleistet; die Produktion hat daher keine grossenVeränderungen in Quantität und Rassen erfahren. Die letzteren lassensich übrigens nur schwer modifizieren und verharren beständig in ihrenEigenschaften. Die in China durch Italiener und Franzosen unternommenenGrainierungen haben keine besseren Produkte ergeben, als die einheimischen.In Europa zeigten die chinesischen Würmer gegen Krankheiten nur ge-ringe Widerstandskraft. Es giebt in China keine Unterrichtsanstalten fürSeidenkultur, es besteht aber seit undenklichen Zeiten in Peking eine durchden Kaiser unterhaltene Zuchtanstalt mit Maulbeerplantagen. Mehrere derdem Geiste oder der Göttin der Seidenraupe geweihten Tempel sind wahr-hafte Seidenraupenhäuser.

Der nördliche Teil Chinas umfasst Länder, deren Bedeutung für dieSeidenzucht infolge des wenig günstigen Klimas im Vergleich zu den anderenTeilen des Reiches verschwindend klein ist. In der Mongolei werden weisseRassen gezüchtet. In Schen-king (chinesische Mandschurei ) ist die,Seiden-zucht verbreiteter, die Seiden besitzen aber wenig Glanz, obwohl sie äusserstelastisch sind. In Pe-tschi-li, Schen-si, Schan-si und Ivansu ist die Seiden-kultur nur von geringer Bedeutung. Die Seiden der Provinz Shantung zeichnen

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