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Erster Band.
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Geographie und Statistik der Seidenkultur. Ver. St. Amerika.

von minderwertiger Güte, was allerdings auf die ungünstigen Klimaeinflüssezurückzuführen ist. In Etshiu und Hida werden um Takayama weisse,geschätzte Rassen erzeugt; Kodzuke, Shimozuke und Hitatshi schliess-lich betreiben die Seidenzucht in weniger beträchtlichem Mafsstabe. DieGesamtproduktion dieser Zone beträgt in runder Zahl 40 Millionen kgemtefrischer Kokons.

Im Süden Japans wird der Seidenbau, unterstützt durch das besondersgünstige Klima, in ausgedehnterem Mafsstabe in Goshiu, Etschizeu, Mino,Yamashiro und Owari gepflegt. Die durchschnittliche Produktionshöhe er-reicht hier 15 Millionen kg.

Auch auf den Inseln Liu-kiu bildet die Seidenzucht ein ziemlich regebetriebenes Gewerbe.

Die Anfänge nordamerikanischer Seidenkultur reichen in den Beginndes XVII. Jahrh. zurück. Wie in allen seinen Kolonien, so war Englandeifrig bemüht, auch in Amerika die Produktion der Rohstoffe einzuführen,während es dagegen jede industrielle Thätigkeit verzögerte. Im StaateVirginien war der Maulbeerbaum einheimisch und vielfach verbreitet. DieGeneralversammlung der Kolonie verordnete 1619 die Anpflanzung derPlantagen und die Aufzucht der Seidenraupe, und in einer Note aus diesemJahre findet man:dass es eine Unzahl der besten Maulbeerbäume in Vir­ ginien giebt und dass man Seidenwürmer im Naturzustände vorfindet.Später hat man den schwarzen Maulbeerbaum durch den weissen ersetzt;eine andere Varietät, die M. rubra, die im wilden Zustande von Kanada bisMexiko wächst, hat jedoch nie zur Ernährung der Seidenraupe gedient. DurchJacob I. von England zuerst nach Louisiana eingeführt, um dadurch denTabaksbau zu ersetzen, nahm die Seidenkultur einen ziemlich bedeu-tenden Aufschwung und verbreitete sich bald nach den südlichen Kolonien,namentlich Virginien. Durch königliche Erlasse und Parlamentsakte wurdebeschlossen, den Seidenzüchtern unentgeltlich Maulbeersamen und Raupen-eier zu verabfolgen und auf die Unterlassung, Maulbeerplantagen anzulegen,hohe Strafen zu verhängen, für gute Erfolge dagegen Prämien auszusetzen.Indess war es den Züchtern mehr um die Prämien, als um die Seidenerntezu thun, so dass die Kultur Virginiens aus Mangel an positiven Erfolgennach und nach einging. Digges teilte zuerst seine Erfahrungen über dieSeidenzucht in Virginien und Karolina mit, wo er in Gemeinschaft mitJason eingehende Versuche anstellte 1 ). Ein Jahrhundert später wurdendie Versuche in Südkarolina und Georgien mit viel besserem Erfolgwieder aufgenommen, doch auch hier mangelte es der Seidenkultur anLebensfähigkeit, sobald die Seidenprämien aufhörten. Um die Mitte desXVIII. Jahrh. wurde die Anpflanzung in Pennsylvanien (auf AnregungFranklins), Indiana und Mexiko versucht, später auch in den nördlichenStaaten, New-Jersey , Connecticut und Massachusetts ; besonders in Kalifornien

*) Royal Academy of London . II. 756.