265
pierbogen, die etwa 25 g Raupeneier angeklebt tragen. In dem Mafse, wiesich die europäischen Produktionsländer von den Krankheiten erholt haben, fielin Japan die Ausfuhr auf 1018000 Kartons im J. 1876 und 75060 im J. 1883.In der Zeitperiode 1864—1880 verausgabte Europa an Japan im ganzenfür 21750000 Kartons eine Summe von 365 Mill. Frcs. Von den ursprüng-lichen Rassen Japans existieren gegenwärtig noch: eine einerntige Rasse(gelbe Kokons), eine ebensolche weisse und eine zweierntige weisse Rasse.Die grüne Rasse ist lediglich ein Kreuzungsprodukt; der „kakease“, ein ein-erntiger Wurm, welcher grüne Kokons spinnt, ist aus der weissen und gel-ben Rasse durch Kreuzung hervorgegangen, und der „kanassu“, der zwei-emtige Wurm grüner Rasse, ist ein Mestize der zrveierntigen weissen Rassemit der vorherigen grünen. Die japanischen Rassen waren ehemals äusserstlebenskräftig, sind indessen, infolge der übermässig forcierten Aufzucht zumZweck der Graineproduktion während der Krankheitsjahre, beträchtlich ab-geschwächt worden.
Um eine Übersicht über die Seidenkultur Japans zu gewinnen, teilen wirdasselbe iu drei Zonen ein, die nördliche, die mittlere und die südliche.
Im Norden Japans hat die Seidenkultur ihren Sitz in den gebirgigenGegenden der Provinzen Iwashiro, Uzen, Ugo, Matsu und in einigen Di-strikten, die mau unter dem allgemeinen Namen Oshiu bezeichnet (Jong,Akitau.a.). ln der Provinz Uzen nimmt die Seidenkultur einen beträchtlichenUmfang ein; Jamagata , Kaminoyama und Fukushima sind die wichtigstenMärkte, auf welchen vorwiegend einjährige grüne bis grünlichgelbe, grosseund grosskörnige Kokonqualitäten Vorkommen. Eine bedeutende Ausdehnunghat die Kultur in Iwashiro gewonnen, dessen Osten förmlich eine ununter-brochene Maulbeerplantage bildet; die Städte Fukusbima und Wakamatsusind die Märkte, wo der Handel mit Kokons weisser Rasse und von aus-gezeichneter Güte betrieben wird. In der Umgegend von Wakamatsu wirdauch eine weisse Rasse von geringerer Qualität gezogen, die durch Kreuzungder ein- mit der zweierntigen hervorgegangen ist. Die Gegenden von Oshiu(Etshigo, Rikuzen etc.) liefern wenig in quantitativer Hinsicht, aber quali-tativ sehr geschätzte grüne und weisse, längliche Kokons. Auch in derProvinz Iwaki ist die Seidenzucht von Bedeutung; an Stelle der frühergezüchteten zweierntigen, minderwertigen Rasse ist jetzt die einerntige mitErfolg eingeführt worden. Die jährliche Gesamtproduktion der nördlichenZone Japans dürfte sich gegenwärtig auf etwa 18 Millionen kg Kokonsbelaufen.
In den Provinzen der mittleren Zone werden hauptsächlich grüne,zumeist einerntige Rassen kultiviert. In Dschoshiu produziert man in grosserMenge feinkörnige Kokons, wovon die von Maybash und Takasaki die amleisten geschätzten sind. In Musashi (östlich von Dschoshiu) werden be-sonders gute Qualitäten in seinen nördlichen Gegenden erzeugt. Sin-shiubetreibt im Norden die Zucht grüner, im Süden weisser Rassen von guterQualität. Die in der Provinz Koshiu produzierten Kokons sind dagegen