Kokonfaden. Das Dörren.
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Die mittleren Lagen, welche den grössten Teil der Kokonhülle aus-machen, zeigen die gleichmässigste Dicke und die regelmiissigste Struktur.
Haspelt man von einem oder mehreren Kokons den Seidenfaden ab, sodass Strängchen von bestimmter, gleicher Länge entstehen, so ergiebt sichbeim Wiegen derselben, dass das zuerst abgehaspelte ein bedeutend grösseresGewicht besitzt, wie die nachfolgenden; der Unterschied kann bis 50°/ 0 be-tragen. So nimmt z. B. das Gewicht des Kokonfadens einiger bekannterenRassen von je 100 zu 100 m durchschnittlich folgendermafsen ab:
Herkunft
1 .
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8. Hundert m
35
36
33
in mg31
30
27
25
19
Kanton,
21
18
15
13
Ascolli, gelb . .
37
36
33
30
29
25
23
21
Peh-pi-tsan . .
21
21
17
14
Betrachtet man indessen den Kokonfaden
unter
dem Mikroskop, so lässt
sich eine so plötzliche Abnahme des Durchmessers, wie aus den obigenZahlen hervorgeht, nicht wahrnehmen. Dieser scheinbare Widerspruch stehtmit der Art der Exkretion des Kokonfadens im inneren Zusammenhang.In dem Mafse, wie sich die Seidendrüsen leeren, wird der Flüssigkeitsdruck■ allmählich schwächer, so dass der Faden beim Austritt weniger komprimiertwird und seine Konsistenz oder, was gleichbedeutend ist, sein specifischesGewicht zwar in unbedeutender, aber ständiger Weise abnimmt. DieseThatsache wurde experimentell bewiesen; dem äusseren Kokonfaden ent-spricht z. B. ein specif. Gewicht von 1,442, dem mittleren 1,4 und deminneren 1,32.
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Da die Kokonernten nur zu bestimmten Zeitpunkten und gleichzeitigstattfinden, und es unmöglich ist, die gewaltigen Mengen so schnell derVerarbeitung zuzuführen, dass die inwendig schlummernde Puppe nicht in-zwischen zum Schmetterling werde und beim Ausschlüpfen den Kokonschädige, so muss mau dies durch Töten der Puppen verhindern, um so die Auf-arbeitung der Ernte auf längere Zeitperioden verteilen zu können. Die dazuverwendeten Verfahren sind im Prinzip mit denen, die seit dem Bestehender Seidenindustrie üblich sind, identisch, erfuhren aber zeitgemäss manchetechnische Vervollkommnungen, die speciell ihre quantitative Leistungs-fähigkeit bedeutend erhöht haben. Das Töten der Puppen erfolgt, nach ver-schiedenen Systemen. Die älteste Methode, die noch heutzutage in den tro-pischen Gegenden landesüblich ist, besteht darin, die Kokons anhaltend derWirkung der Sonnenstrahlen auszusetzen, wobei die sich entwickelnde Hitzeauf die Larven erstickend wirkt. Im Grossbetriebe erfolgt das Dörren ver-