Band 
Erster Band.
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Das Dörren. 351

gelung der Temperatur, darauf gesehen werden muss, dass der für spätereVerarbeitung nötige Feuchtigkeitsgrad dem Kokon erhalten bleibt.

Das Ersticken der Puppen durch direkt eingeführten Wasserdampf, vonGensoul und Chateauneuf (1823) angewendet, hat den Vorteil schnell zuwirken, macht aber die Kokons infolge der Dampfkondensation übermässigfeucht und nachträglich schimmlig. Der Ofen von Luigi Baretta (Mailand )arbeitet mit Dampf und ist auf dem Prinzip des transportablen Apparatesvon F. Baretta konstruiert, gehört aber dadurch, dass Verbrennungsproduktevor dem Entweichen durch am Boden des Apparates angebrachte Röhrengeleitet werden und, durch Erwärmen der Luft, eine Dampfkondensationverhindern, in die Reihe der Apparate mit kombiniertem Verfahren. VonWichtigkeit ist hier, wie schon erwähnt, eine sofortige Trocknung vorzunehmen,was durch Ausbreiten der Kokons in dünnen Schichten, die von Zeit zuZeit aufgerührt werden, in ausgedehnten, gut ventilierten Räumen geschieht.Feuchte und fleckige Kokons werden dabei sorgfältig ausgelesen; gegen etw.Ratten und Ameisen müssen die nötigen Vorsichtsmafsregeln ergriffen werden.

Durch Vereinigung der obigen beiden Systeme ist mau zu einem Ver-fahren gekommen, das ihre Nachteile nicht besitzt und durchaus schnellund zuverlässig arbeitet. Die dazu konstruierten Ofen sind von der mannig-faltigsten Bauart; einer der besser ausgedachten (Van der Schnijt) hatmit dem Mather-Plattschen Dämpfapparat manche Ähnlichkeit. Er be-steht aus zwei oder mehreren einzelnen, voneinander unabhängigen Kam-mern, so dass der Betrieb kontinuierlich ist. Die Heizung erfolgt durchBrenngase, welche durch ein Röhrensystem cirkulieren und die verloreneWärme an einen mit Wasser gefüllten Kessel abgehen, der mit einem Zer-stäuber im Innern des Brennofens in Verbindung steht und von Zeit zuZeit die innere Luft der Kammern durch entsprechende Ventilvorrichtungbefeuchtet. Die Kokons werden in flachen Körben aufgeschichtet, auf demRollwagen in den Ofen hineingeschoben, wo sie bei einer Temperatur von100—110° C. etwa 10 bis 12 Minuten verweilen.

Der Dörr- und Trockenofen (etouffoir-sechoir) von Gauthier, welchersehr gute Resultate liefert, beruht ebenfalls auf der gleichzeitigen Anwen-dung von Luft und Dampf und wird als feststehender Ofen eiugemauertoder transportabel gebaut. Der Apparat besteht aus einer Kammer mitdoppelter Wandung, durch deren Zwischenwände heisse Luft geführt wird,um das Innere vor unmittelbarer Berührung mit der kühlen Atmosphäre zuschützen. Am Boden laufen zwei durch äusserst feine Löcher perforierteRöhren, die zur staubförmigen Dampfinjektion dienen; die seitliche Wan-dung trägt dagegen Röhren, die mit heisser Luft des Brennofens geheiztwerden. Die gleichzeitige Wirkung des Calorifere und des Dampfes hat zurWirkung, dass die Kondensation des letzteren eine minimale wird. EinVentilator saugt nach Bedarf die innere Luft heraus, während die äussere,ehe sie in den Apparat eintritt, einige Vorwärmeröhren passieren muss, umeine plötzliche Abkühlung des inneren Raumes zu verhüten. Nach dem Ein-