352
Das Dörren.
fahren mit dem beschickten Wagen C wird gleichzeitig der Calorifere und dasDampfventil geöffnet, welch letzteres nach zwei Minuten geschlossen wird.Man lässt die Absaugevorrichtung B durch Drehen des Rades A in Wirkungtreten, wodurch das Trocknen stattfindet, und unterbricht es nach kurzerZeit, so dass die ganze Operation einschliesslich des Ein- und Ausfahrensca. eine Viertelstunde in Anspruch nimmt. Die mittlere Temperatur wäh-rend des Dörrens beträgt 80—85° bei entsprechendem Hygrometergrad, wo-
c'tay'Hifftl
i' o,
Fig. 202. Transportabler Dörrofen für Kokons.
durch die guten Eigenschaften der Faser nicht derartig in Gefahr kommen,wie beim trocknen Dörrverfahren.
Auf dem ähnlichen Prinzip der Anwendung von Luft und Dampf be-ruht die Vorrichtung von Boniol; hier wird die kalte Luft durch einenDampfstrahl augesaugt, und dieses Gemisch wird in die Dörrkammer geleitet.Der Dampf kühlt sich dabei ab, die Luft erwärmt sich, und die resultierendeTemperatur beträgt ca. 65°, eine ausreichende Hitze, die aber auf dieEigenschaften der Kokonfaser nicht den mindesten Einfluss hat. DerSaugapparat ist nach Art der Injektoren eingerichtet und besteht aus einemDoppelkonus, in dessen Hals eine Dampfzuführung mündet. Die Grund-fläche, durch welche die Luft eintritt, ist wie in dem Konditionierapparatdurch zwei perforierte, aufeinander bewegliche Deckel geschlossen, wobeidurch Verstellen derselben die Menge der einzulassenden Luft und die resul-tierende Temperatur geregelt werden kann. Nach dem Verlassen des Injek-tors strömt das Gemisch durch ein Spiralrohr und setzt hier und da Wasserab, welches sich infolge der Expansion und der Abkühlung durch die Luftverdichtet hat. Kurz vor dem Eintritt in den Ofen wird das Gemisch durchPassieren eines doppelwandigen mit direktem Kesseldampf geheizten Raumesgetrocknet.